Social Design Award 2026 »Wir schaffen Verbindungen!«: Wählen Sie Ihren Favoriten!
Wenn die Gesellschaft sich polarisiert, wird sie schwächer. Und ungerechter. Und härter. Deshalb wurden beim diesjährigen Social Design unter dem Motto »Wir schaffen Verbindungen« Projekte gesucht, die das Miteinander stärken.
Rund 300 Einsendungen gab es, von größeren Initiativen und einzelnen Engagierten oder von Social-Design-Büros und gemeinnützigen Unternehmen. Die Jury hat sie gesichtet und aus diesen die besten zehn ausgesucht. Und nun sind Sie dran: Wählen Sie aus dieser Shortlist Ihr Lieblingsprojekt, das den mit 2500 Euro dotierten Publikumspreis gewinnen soll.
Demokratie lebt davon, dass alle mitmachen, miteinander diskutieren und: wählen. In dem südniedersächsischen Ort Heckenbeck (Bad Gandersheim) entwickelten deshalb Marlene Brandt, Manfred Mudelsee, und Tobias Polzin ihr Pilotprojekt »100% Heckenbeck«. Vor der Bundestagswahl 2025 suchten 3 Prozent der Heckenbecker 97 Prozent der Haushalte in Zweierteams auf und sprachen mit diesen – über das Wahlsystem, über aktuelle Politik, über Demokratie und wie wichtig es ist, dass alle ihre Kreuze setzen bei der Bundestagswahl.
In den USA sind solche Haustürgespräche üblich, in Deutschland machen dies nur wenige Parteien. In Heckenbeck kamen Ehrenamtliche ins Gespräch mit politisch Interessierten und Nichtwählern, mit Anhängern verschiedenster Parteien, mit alten Menschen, die Schwierigkeiten hatten, zum Wahllokal zu gelangen. Dabei vermittelten die Ehrenamtlichen keine parteipolitischen Positionen, denn die Initiative ist überparteilich. Sie hatten zum Ziel, die Demokratie zu stärken, Polarisierungen zu überwinden und in einen nachbarschaftlichen Austausch zu kommen.
Und weil es nebenbei auch darum ging, Menschen aus ihrer sozialen Isolation zu holen, schloss sich an die Besuche ein Begegnungs-Café an, bei dem weiterdiskutiert werden konnte.
Stipendien sollen Talente fördern und Türen öffnen. Doch die Ungleichheit zeigt sich bereits dort, wo über Chancen entschieden wird: bei der Vergabe. Das möchte ApplicAid ändern. Der Verein bringt Stipendiat:innen mit jungen Menschen zusammen, die trotz Talent und Leistungsbereitschaft auf strukturelle Hürden stoßen: etwa als Erstakademiker:innen, Menschen mit Migrationsgeschichte, mit niedrigem sozioökonomischem Status oder chronischen Erkrankungen.
Was ihnen auf dem Weg zum Stipendium fehlt, ist selten die Qualifikation, sondern der Zugang zum richtigen Netzwerk. Seit 2020 schließt ApplicAid diese Lücke durch individuelle Einzelbetreuung. Je nach Fachrichtung, Stipendium und Hintergrund bringt die Initiative Mentor:in und Mentee zusammen. Sechs Wochen feilen sie per Videochat am Motivationsschreiben, der Selbstdarstellung und dem Auswahlgespräch.
ApplicAid ist kostenlos und deutschlandweit aktiv. Mehr als 1200 Bewerbungen wurden bereits begleitet, 42 Prozent davon waren erfolgreich. Viele erfolgreiche Bewerber:innen werden später selbst Mentor:innen. Sie geben weiter, was ihnen geholfen hat – und halten die Tür für die Nächsten offen.
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