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Duma-Wahl: Putins Sieg an der Zahlenfront

Tagesschau (ARD) ·
Duma-Wahl: Putins Sieg an der Zahlenfront

Duma-Wahl Putins Sieg an der Zahlenfront Stand: 21.09.2026 • 18:08 Uhr

Für Russlands Präsident Putin ist es ein Wunschergebnis. Nach der Duma-Wahl konstatiert die Wahlkommission erwartungsgemäß einen deutlichen Sieg der Kreml-Partei Geeintes Russland. Was macht Putin nun damit?

Was für eine Nachricht: Die Kreml-Partei Einiges Russland fährt bei den Parlamentswahlen das beste Ergebnis ihrer Geschichte ein. 355 Sitze der insgesamt 450 Abgeordnetensitze werden nach dem vorläufigen Wahlergebnis an sie fallen - und das in einer Zeit, in der das Land im Krieg ist und die Wirtschaft stottert.

Und trotzdem ist das für die meisten Russen keine besondere Nachricht. Selbst, wer Kremlchef Putin nahe steht, weiß, dass es bei Wahlen schon deswegen nicht zu echten Überraschungen kommt, weil sie im aktuellen System nicht vorgesehen sind.

Laut der Wahlkommission hat die Kreml-Partei Geeintes Russland die Parlamentswahl klar gewonnen. mehr

Das oft verniedlichend als "gelenkte Demokratie" beschriebene System hatte elf Parteien zugelassen. Die einzige, die dem Kreml deutliche Widerworte gab - die Anti-Kriegspartei Jabloko - wurde nach nur zwölf Tagen von der Wahlliste gestrichen, mit Hilfe des Obersten Gerichtshofs. Anscheinend hatte sie in der kurzen Zeit zu viel Zuspruch erhalten, gerade bei jüngeren Wählern.

Die fünf Parteien, die jetzt in die Duma (wieder) einziehen werden, sind alle kremlnah und, natürlich, Unterstützer der, wie sie offiziell genannt werden muss, "militärischen Spezialoperation" gegen die Ukraine. Der kremlkritische Politologe Andrej Kolesnikow beschreibt das Wahlergebnis so: "Es ist ein enges, überschaubares Menü, auf einige nahezu identischer Gerichte reduziert - der Unterschied liegt allenfalls in der Beilage: Hier gekochte Kartoffeln, dort Bratkartoffeln, Ofenkartoffeln oder Kartoffelpüree."

Mitarbeiter von Staatsbetrieben und Studenten berichteten, sie seien zur Teilnahme an der Wahl gedrängt worden. Wahlbeobachter von drei Parteien klagten über Behinderung ihrer Arbeit in den Wahllokalen. Wähler beschwerten sich über angebliche technische Probleme bei der Stimmabgabe - die Liste ließe sich fortsetzen.

Artjom Snegowskij kandidiert für die russische Duma als Direktkandidat. Seine Partei darf nicht teilnehmen. mehr

Doch das Ergebnis steht - und ist freigegeben für die Interpretation durch den Kreml. Es ist immerhin die erste Duma-Wahl seit Beginn des Angriffskrieges und somit ein Baustein, um den Militäreinsatz auch nachträglich vom Volk legitimieren zu lassen.

Dass dabei auch gleich in den völkerrechtswidrig annektierten besetzten Gebieten in der Ukraine abgestimmt wurde, ist dabei sogar nützlich, um der Wahl den Anschein einer zweiten Volksabstimmung zu geben.

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