Reese, Reese, Reese: Hertha-Boss sauer: "Das haben diese Spieler nicht verdient"
Hertha BSC avanciert innerhalb weniger Wochen vom Prügelknaben zum viel bestaunten Überflieger der 2. Bundesliga. Der Hauptstadtklub schleppt millionenschwere Altlasten mit sich, die die aktuellen Entscheidungsträger peinigen - und einen schmerzhaften aber zwingenden Konsolidierungskurs überlebensnotwendig machen. In der Sommerpause erzielt der einstige Champions-League-Teilnehmer einen gewaltigen Transferüberschuss, verliert dafür aber im Wochentakt Leistungsträger und Publikumslieblinge. Neuzugänge? Lange Fehlanzeige. Irgendwann konstatiert der Boulevard, dass Hertha BSC der letzte deutsche Profiklub sei, der noch keinen externen Neuzugang an Land ziehen konnte. Viele wundern sich, manche spotten, andere sorgen sich. Alles umsonst.
Dr. Peter Görlich ist seit einem Jahr Geschäftsführer von Hertha BSC - und steuert den Zweitligisten mit stoischer Ruhe und eisernen Nerven durch einen Sturm, der vor der Saison um den Klub braust. Im Gespräch mit ntv.de erklärt der Hertha-Boss die Erfolgsstrategie.
Dr. Peter Görlich, im Sommer musste Hertha BSC einen Leistungsträger nach dem nächsten ziehen lassen, Neuzugänge ließen dafür lange auf sich warten. Teilweise wurde Häme über dem Klub ausgekübelt, manche wähnten den Klub handlungsunfähig, mancher sah Sie als Abstiegskandidaten. Ein paar Wochen später feiern Sie den erfolgreichsten Start der Klubgeschichte: Fünf Siege in Folge in der Liga, dazu einer im Pokal. Hertha ist in aller Munde und das ausschließlich positiv. Gönnen Sie sich dieser Tage ein bisschen Genugtuung?
Nein, überhaupt nicht. Zumal wir alles andere als handlungsunfähig waren, wir hatten ganz viele Transferbewegungen. Die waren von uns angekündigt und im Kontext der zwingenden Konsolidierung auch notwendig. Wir mussten Kadergröße und Kaderkosten reduzieren. Wir sind darauf angewiesen, Transfererlöse zu erzielen. Das ist uns ganz gut gelungen. Aber dieser qualitative Aderlass war für Außenstehende viel gravierender als für uns. Wir haben rund um jeden Abgang immer wieder neu überlegt: Wie können wir das kompensieren? Und so sind wir dementsprechend dann auch ordentlich in die Runde gestartet.
Sie haben mit Fabian Reese, Michael Cuisance, Tjark Ernst, Kennet Eichhorn und später Marten Winkler in hoher Taktung absolute Stammspieler abgegeben. Das hat für ein entsprechendes Echo gesorgt. In dieser stressigen Zeit hat sich der Klub unglaublich souverän und geschlossen präsentiert. Gerade an der Schnittstelle zwischen der Geschäftsführung und dem Präsidium um Fabian Drescher.
Es freut mich sehr, wenn Sie das so wahrgenommen haben. Wenn Sie einen so großen Verein strategisch betrachten, müssen Sie vorher in die Kommunikation gehen, wenn Sie so agieren wollen. Sie müssen tatsächlich sämtliche Zahlen, Daten, Fakten transparent gestalten. Auf Basis einer solchen Darstellung kann man dann ableiten, was kurz-, mittel- und langfristig bedeutet.
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