morgenstern: Mit freundlichen Grüßen, Leutheusser-Schnarrenberger
Doppelte Namen und doppelte Dramen.
Die Lage am Morgen.
Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser, ich habe gestern tatsächlich bereits eine Rückmeldung auf meinen ersten morgenstern bekommen.
Und die öffnete ich einigermaßen aufgeregt – um dann zu lesen: „Doppelte Nachnamen – diese sind eine Zumutung!“ Das war's, das war die ganze E-Mail.
Okay.
Da ging's also nicht um Themen oder Stilkritik, da ging's um, naja, meinen Nachnamen.
Nun ist es nicht so, dass ich mich nicht tatsächlich jedesmal schon vorab entschuldige, wenn jemand meinen Namen irgendwo aufschreiben muss.
Und ja, buchstabieren ist auch wirklich kein Spaß.
Aber Namen haben ja meist Gründe, nicht? Tomescheit etwa trage ich nun mein ganzes Leben mit mir rum.
Es ist ein recht seltener Name, den mein Opa einst aus Ostpreußen mitgebracht hat.
Ich mag ihn und ich habe ihn auch schlicht in all den Jahren zu oft am Telefon buchstabieren müssen, um ihn einfach abzulegen.
Und Bösenberg kommt von meinem Mann, und es ist – da kann man nicht drüber streiten, oder? – einfach ein wirklich guter Name.
In meinem Kopf gab es da einst einen fiesen Schurken, der Johannes Gutenbergs Plan mit der Druckerpresse durchkreuzen wollte (zum Glück für meinen Berufsstand nicht erfolgreich).
Aber das führt jetzt auch ohnehin zu weit.
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