»Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk«: Darf man über den Krieg lachen? Hier muss man sogar
Wolfram Koch, Ex-Kommissar im Frankfurter Tatort, zappelt als braver Soldat Schwejk wie ein beschleunigter Stummfilmspieler mit Melanie Straub als Wirtin um die Wette. Sie quasseln und hibbeln ohne Ton, aber zu elektronischer Musik, zwei Screens verdoppeln sie im schwarz-weißen, flackernden Look des frühen Kinos.
So beginnt Regisseur Jan-Christoph Gockel den ersten Teil des Abends und spult zum ersten Mal die Handlung des berühmten Romans ab, der seiner Inszenierung den Namen gibt: Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk des tschechischen Autors Jaroslav Hašek, geschrieben, aber nicht vollendet zwischen 1920 und 1923. Schwejk, der mit radikalem Jasagen zu jedem Spitzel, jedem Polizisten die Macht karikiert, der sich so in die Bredouille reitet und auch wieder herausfindet: Ob wir das subversive Affirmation nennen, Bauernschläue oder bloß Idiotie, diese Kippmomente machen die Stärke der volkstümlichen Figur aus.
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