Fotos können teuer werden - Oktoberfest bittet Influencer zur Kasse
München (Bayern) – Achtung, liebe Influencer! Produktwerbung auf dem Oktoberfest kann dieses Jahr richtig teuer werden. Die Stadt München versteht keinen Spaß bei unlauterer Nutzung ihrer geschützten und wertvollen Marke Oktoberfest. Christian Scharpf (55, SPD), seit 2025 Wiesn-Chef, will ab Samstag mit knallharten Kontrollen durchgreifen – und Influencer zur Kasse bitten.
Mal eben ein Parfüm oder einen Modeartikel im Zusammenhang mit dem berühmtesten Volksfest der Welt in die Kamera halten und posten – das kann ein teurer Spaß werden. Die Stadt hat laut „ Abendzeitung München “ eine Agentur engagiert, die Markenverletzungen in den sozialen Medien aufspüren soll. Wer erwischt wird, dem droht eine Abmahnung bis hin zu einem Bußgeld. Zur exakten Höhe macht die Stadt keine Angaben. Aber darf München das überhaupt? Die Antwort: Ja!
Die Landeshauptstadt München hat sich die Begriffe „ Oktoberfest “, „Wiesn“, „Münchner Oktoberfest“, „Oktoberfest München“ sowie „Oide Wiesn“ am 31. August 2021 offiziell als EU-Wortmarke beim EU-Amt für geistiges Eigentum (EUIPO) eintragen lassen. Der Schutz gilt europaweit z. B. für Tourismuswerbung, Merchandising und Textilien. Die Begriffe dürfen ohne Erlaubnis (Lizenz) des Markeninhabers, also der Stadt München, nicht einfach verwendet werden – schon gar nicht, um den Absatz eigener Produkte oder Dienstleistungen zu fördern.
Besonders im Blick haben die Kontrolleure nun Influencer. Also Menschen, die von Unternehmen dafür bezahlt werden, Werbung für Produkte und Marken in den sozialen Medien zu posten. Auch Firmen und Promis sind laut „AZ“ im Visier der Kontrolleure. Wer die von der Stadt geschützten Begriffe in einen werblichen Kontext mit anderen Produkten stellt, muss Lizenzgebühren zahlen. Wie hoch die Lizenzsumme ausfällt? Laut Stadt München soll dies individuell verhandelt werden. Wie die „AZ“ erfahren haben will, könne es sich im Einzelfall um mehrere tausend Euro handeln.
Festbesucher, die sich privat ablichten, mit ihrem Account kein Geld verdienen und Wiesn-Eindrücke beispielsweise mit Freunden und Familie auf Social Media teilen, sind davon natürlich nicht betroffen.
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