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12 Mio. Euro Schaden - Ist früherer Top-Manager ein Solar-Betrüger?

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12 Mio. Euro Schaden - Ist früherer Top-Manager ein Solar-Betrüger?

Dresden – Nach seinem Rauswurf aus dem Vorstand bei Gruner und Jahr 2002 ging es für Dr. Edelbert S. (65) steil bergab. Der einstige Top-Manager in Hamburg sammelte nach BILD-Informationen Vorstrafen über Vorstrafen – Betrug, Insolvenzverschleppung, Steuerhinterziehung. In Sachsen hatte sich der Lebemann später ein neues Leben aufgebaut. Doch seit März 2025 sitzt er in U‑Haft. Die Staatsanwaltschaft Dresden wirft ihm einen gewaltigen Solar-Betrug vor.

Die Anklagebehörde spricht von einem Schaden von 12 Millionen Euro. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft sind komplex. Vereinfacht gesagt soll der promovierte Maschinenbauingenieur über „unübersichtliche und diffuse Vertragsgestaltung“ 45 Investoren in ganz Deutschland Photovoltaikanlagen zu einem Festpreis angedreht haben. Doch sie sollen dann gar nicht oder nie vollständig installiert worden sein. Die Investoren hatten zuvor hohe Anzahlungen geleistet. Zwei versierte Wirtschafts-Staatsanwältinnen benötigten 45 Minuten, um die Anklage im Mammutverfahren zu verlesen.

Zuhörer konnten dem komplizierten Geflecht von Firmen kaum folgen. Die mittlerweile insolvente Solarfirma in Dresden wurde von einer Krankenschwester als Geschäftsführerin geleitet. Carola S. (62) ist ebenfalls angeklagt, sitzt aber nicht in U‑Haft. Ihr Verteidiger Andrej Klein (54) erklärte, dass die Sächsin vom Hauptbeschuldigten „zum Werkzeug“ gemacht worden sei. Sie hätten sich 2007 kennengelernt, ab 2010 eine Beziehung geführt.

Nach dem Beziehungs-Aus sei sie dahintergekommen, dass er neben ihr parallel weitere Beziehungen geführt haben soll. 2017 hätte er sich noch einmal bei ihr gemeldet und soll sie überredet haben, den Chef-Posten bei einer neuen Solarenergie -Firma zu übernehmen. Grund: Er sei auf Bewährung, es liege eine Geschäftsführer-Sperre vor. Anwalt Klein zum Richter: „Er hielt alle Fäden in der Hand.“ Die Krankenschwester hätte kein Eigeninteresse an den Betrugshandlungen oder persönlicher Bereicherung gehabt. Heute sei sie privatinsolvent und lebe von 1700 Euro netto im Monat.

Carsten Brunzel (49), der Verteidiger des einstigen Top-Managers, sagte: „Der Angeklagte nimmt die Vorwürfe ernst, bestreitet einen Betrugsplan.“ Die Staatsanwaltschaft spricht beim Vorgehen dagegen davon, dass sich der Angeklagte eine „Einkommensquelle“ zur Finanzierung seines Lebensunterhalts verschaffen wollte. Bemerkenswert: Der Verteidiger von Carola S. erzählte am ersten Prozesstag beiläufig, dass die Solarfirma sich sogar eine Jacht leistete.

Die Ermittler konnten bei Edelbert S. rund 194.600 Euro einziehen . Mehrere Firmenfahrzeuge wurden bei der Durchsuchung sichergestellt, 1,5 Millionen Euro an Vermögenswerten seien „arretiert“, also gesperrt worden. Heißt: Hier muss noch geschaut werden, wem sie tatsächlich gehören. Der Prozess wird fortgesetzt, mit einem Urteil wird erst 2027 gerechnet.

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