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"Der Fußball macht's vor": Umstrittene WM-Pläne mischen den Skisport auf

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"Der Fußball macht's vor": Umstrittene WM-Pläne mischen den Skisport auf

Von Intrigen, Machtspielen und sportpolitischen Winkelzügen wie bei der FIFA ist der Ski-Weltverband Fis zwar weit weg. Und auch Alexander Ospelt als Neu-Präsident gilt bisher nicht als Gianni Infantino des Wintersports. Und doch hat Ospelt, der erst im Juni in einer denkbar knappen Abstimmung den umstrittenen Amtsinhaber Johan Eliasch ablöste, mit der angedachten Kalender-Revolution für Kontroversen gesorgt und polarisiert.

Der Plan seiner Fis: Im alpinen und im nordischen Skisport sowie im Snowboard- und Freestyle-Bereich könnten künftig in jedem Nicht-Olympia-Jahr statt wie bislang nur in allen ungeraden Jahren Weltmeisterschaften stattfinden.

Konkret: 2032 und 2036, vielleicht sogar schon kurzfristig 2028 würde es zusätzliche und bislang nicht eingeplante Titelkämpfe geben. "Der WM-Titel bedeutet für Athleten auch finanziell sehr viel. Die Gespräche gab es schon lang, wir würden das jedenfalls zugunsten der Athleten machen. Gleichzeitig geht es auch um kleinere Länder, die mit einer WM mehr neue Ziele hätten", begründete Ospelt - ein Anwalt aus Liechtenstein. Er nannte China, Japan und Südkorea als Beispiele für mögliche Ausrichter.

Ospelts Plan erinnert ein wenig an Eliaschs Idee der Fis-Games, der in just jenen Jahren (2028, 2032, 2036) alle Sportarten des Weltverbands bei einer Art Mini-Olympia bündeln wollte. Das neue Vorhaben geht aber von verschiedenen Austragungsorten aus. Womit die Fis offenbar nicht rechnete: Athleten, Ex-Athleten und Verbände reagierten kritisch und zurückhaltend auf die Vorschläge und die Art, wie die Fis diese präsentierte.

"Wir waren schon etwas erstaunt, dass hier offenbar bereits eine grundsätzliche Richtung vorgegeben wurde", sagte Stefan Schwarzbach als Vorstandsmitglied des Deutschen Skiverbands (DSV) auf dpa-Anfrage. "Bei einer so weitreichenden Veränderung wäre es aus unserer Sicht vielleicht nicht ganz verkehrt gewesen, die nationalen Verbände in ihrer Rolle und Verantwortung als potenzielle Veranstalter noch intensiver einzubeziehen."

Österreichs Skiverband, der aufgrund zahlreicher potenzieller Austragungsorte als einflussreich und bedeutend gilt, ging gar in die Opposition. Der Plan sei "aus sportlicher und strategischer Sicht nicht sinnvoll", hieß es vom ÖSV. Als Gründe nannte der Verband "Inflationierung" und "schleichende Entwertung des sportlichen Stellenwerts" einer WM. Auch deshalb kam es vergangene Woche in Innsbruck zu einem Treffen von Weltverband und ÖSV.

In anderen Wintersportarten ist diese Inflationierung bereits zu beobachten. So wird im Eishockey jedes Jahr, auch in Olympia-Jahren, ein Weltmeister gesucht. Beim Biathlon-Weltverband IBU ist der Rhythmus bereits so, wie ihn die Fis künftig plant. "Fast alles, was es zu oft gibt, ist schlecht", sagte Alpin-Olympiasieger Beat Feuz dem Schweizer "Blick".

"Der Fußball macht's vor: Alle zwei Jahre eine WM oder eine EM, dann schauen auch diese Leute hin, die sich sonst nicht interessieren. Es ist viel exklusiver", fügte Feuz an. Präsident Ospelt begrüßte die offene Debatte über den bislang nicht beschlossenen Plan. Er wolle nichts falsch machen und "alle in die neue Diskussion einbeziehen".

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