Politik: Trigema-Chef Wolfgang Grupp kritisiert Politik der Linken
Kommt mit einer linken Regierung in Berlin eine Welle der Vergesellschaftungen auf Konzerne zu? Wolfgang Grupp spricht aus, was wohl viele Unternehmer fürchten.
Der Wahlsieg der Linken in Berlin stößt nicht nur bei den übrigen Parteien auf Irritation – auch Unternehmer blicken mit Sorge auf die Hauptstadt.
Die größte Angst vieler ist wohl die vor „Enteignungen“: Dieser Begriff kam in Bezug auf Immobilienriesen mit Sitz in Steueroasen in Berlin tatsächlich immer wieder auf.
Dort sind hohe Mieten seit Jahren ein massives Problem.
2021 stimmten beim Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ 57,6 Prozent der Berliner für die Vergesellschaftung großer privater Wohnungsunternehmen.
Der Beschluss zielte darauf ab, große profitorientierte Immobilienunternehmen – darunter Vonovia – zu vergesellschaften und deren Wohnungsbestände in Gemeineigentum zu überführen.
Das Votum war politisch bindend im Sinne eines Bürgerwillens, jedoch nicht rechtlich bindend.
Der Berliner Senat setzte anschließend eine Expertenkommission ein, die eine solche Enteignung als tendenziell verfassungswidrig einordnete.
Wolfgang Grupp will keine „Enteignungen“ Doch offenbar fürchtet so manch einer in der freien Wirtschaft, dass eine linke Regierung in der Bundeshauptstadt dennoch einen Weg finden würde – und dann nicht bei fragwürdigen Immobilienfirmen Halt macht.
Auch Trigema-Chef Wolfgang Grupp , 84, äußerte sich kritisch über die Ansätze der Linkspartei. „Wohnungsunternehmen einfach zu enteignen, kann nicht sein.
In einer Marktwirtschaft kann man niemanden enteignen, nur weil sein Unternehmen gut läuft“, wird er in der „Bild“ zitiert.
Allerdings sieht er die Probleme, die in großen Städten bezüglich hoher Mieten bestehen.
Dass Wohnungsvermietung ein reines Geschäft sein soll, hält auch Grupp für falsch. „Beim Wohnungsbau und bei den Mieten kann nicht alles immer teurer werden.
Es muss gerecht sein.“ Und er fordert auch, dass Immobilienunternehmen zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie Häuser verkommen lassen, für die Mieter nicht erreichbar sind oder ungerechtfertigte Wucherpreise verlangen: „Die müssen geradestehen für das, was sie tun.“ Statements, die vermutlich selbst Elif Eralp, die bald Regierende Bürgermeisterin Berlins sein könnte, so unterschreiben würde.
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