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Wenn der Funke überspringt - Preußen und die Kraft der Kurve

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Wenn der Funke überspringt - Preußen und die Kraft der Kurve

Teuer wird‘s – keine Frage. Doch die Pyro-Show, die die Fans unmittelbar vor Beginn der zweiten Hälfte beim Heim-3:3 gegen Saarbrücken auf der Fiffi-Gerritzen-Tribüne (aktuell 6900 Stehplätze) abfackelten, hatte irgendwie auch einen symbolischen Wert. Denn von dort sprang der Funke direkt aufs Spielfeld über, wo Münsters Drittliga-Kicker nach der Pause ebenfalls ein wahres Feuerwerk abbrannten…

Innerhalb weniger Minuten drehten die „Adlerträger“ das Spiel und egalisierten per Doppelschlag (57./61.) einen 1:3-Rückstand. Punktgewinn gegen starke Saarländer, die sich eigentlich schon auf der sicheren Siegerstraße wähnten. Münsters Chefcoach Thomas Wörle (46) nach dem Abpfiff begeistert: „Diese unfassbare Energie von den Rängen hat uns noch mehr beflügelt. Sie war mitverantwortlich dafür, dass wir uns mit einer enormen Mentalität in die Partie zurückkämpfen konnten.“

Sah Abwehrchef und Kapitän Torge Paetow (30) genauso: „Wenn Du auf die prall besetzte neue Tribüne zuläufst und dabei die bedingungslose Unterstützung siehst und aufsaugst, macht das definitiv etwas mit Dir. Da gehst Du diesen Extraschritt noch mehr, auch wenn‘s wehtut.“

Montell Ndikom (21) kann das nur bestätigen. Die Leidenschaft der Anhänger überträgt sich im Spiel auch auf sein Selbstvertrauen. Macht ihn in den entscheidenden Momenten schlichtweg mutiger. Wie vor seinem Traumtor zum 3:3-Ausgleich (61.) – nur 42 Sekunden nach der Einwechslung. „Die Atmosphäre puscht mich,“ sagt er zu BILD, „deshalb habe ich auch gar nicht erst überlegt, ob ich aus 20 Metern einfach draufhalten soll. Mein Gegenspieler hat innen aufgemacht und mir so die Schussbahn für meinen starken Fuß offen gelassen. Dass der Ball perfekt in den Knick passte, war natürlich überragend.“

Der bislang schönste Treffer seiner jungen Karriere – wie der Neuzugang von Hannover II (Marktwert: 125.000 Euro - Tendenz steigend) selbst einordnet.“

Umso toller, dass er vor der „schwarz-weiß-grünen Wand“ (aktuell 6900 Stehplätze) gelang. Ndikom mit strahlenden Augen: „Ein irres Gefühl, danach mit unseren überragenden Fans zu feiern.“ Alle zusammen für Preußen Münster - im wahrsten Sinne des Worte.

Der gebürtige Osnabrücker ist ohnehin auf dem Weg, sich zu einem der Publikumslieblinge zu entwickeln. Weil er immer unbedingten Willen zeigt und abliefert, gegen die Saarländer – nach Doppelschlag zum Auftakt in Wehen-Wiesbaden (3:1) – bereits seine dritte Liga-Bude in der laufenden Saison erzielte. Diesmal als Joker. Nach knapp zweiwöchiger Krankheit musste das Offensivtalent noch mit seinen Kräften haushalten. Ndikom: „Ich nutze die Zeit, die ich bekomme. Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass ich momentan nicht die volle Dauer auf dem Platz stehe. So klappt’s ja auch ganz gut.“ Trotzdem hofft er auf Dauer natürlich, wieder in die Startelf zu rutschen. „Ich weiß, was ich kann und traue mir das durchaus zu.“

Erst recht, wenn die Preußen-Anhänger weiter mit geballter Wucht hinter ihm und seinen Team-Kollegen stehen.

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