Pilger nach Sturzflut in Nepal vermisst - Yoga-Guru bangt um vier deutsche Touristen
Neu-Delhi (Indien) – Der indische Meditations-Guru Sadhguru (68) brach in einer Videobotschaft an seine Anhänger in Tränen aus, als er über die Opfer der Sturzflut von Nepal sprach. Er erklärte, dass etwa 80 Menschen aus einer seiner Pilgergruppen noch vermisst werden – darunter vier Deutsche.
Demnach waren die Betroffenen am chinesischen Grenzübergang Gyirong Port, als die Wassermassen hereinbrachen. Aufnahmen hatten gezeigt, wie die Flut das Gebäude binnen Sekunden erfasste. „Dies ist ein schreckliches und außergewöhnliches Ereignis“, sagte der Guru auf YouTube.
Sadhguru, bürgerlich Jaggi Vasudev, ist Bestsellerautor und Gründer der Isha Foundation, die weltweit Yoga- und Meditationsprogramme anbietet. Bekannt ist seine Stiftung zudem für große Umweltkampagnen wie „Rally for Rivers“. Zu seinen prominenten Anhängern und Unterstützern werden Hollywood-Star Will Smith, Football-Legende Tom Brady sowie mehrere indische Schauspielerinnen gezählt. Auch Ex-Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg (41) traf Sadhguru und interviewte ihn. Dabei verriet Rosberg: „Damals als ich noch gefahren bin und um den WM-Titel kämpfte, habe ich mir viele deiner Inhalte angehört und sie haben mich enorm unterstützt.“
Neun Minuten vor der Naturkatastrophe habe die Organisation noch Kontakt zu dem Leiter der Gruppe gehabt, die sich auf der Pilgerreise Kailash-Mansarovar-Yatra zwischen Tibet und Nepal befand. „Um 9:05 Uhr schickte er eine Nachricht, dass sie bei der Einwanderungsbehörde angekommen seien. Das Unglück ereignete sich dann um 9:14 Uhr“, sagte Sadhguru. Seither sei das Handy des Mannes nicht mehr erreichbar, wie „New Delhi Television“ berichtet.
Unter den vermissten 80 Teilnehmern seien 22 aus den USA, 12 aus Kanada, 11 aus Australien, neun aus Großbritannien, vier aus Deutschland, je drei aus Frankreich und Nepal sowie je zwei aus den Niederlanden, Neuseeland, Singapur und Spanien. Eine Person kam jeweils aus Finnland, Ungarn, Israel, Litauen, den Philippinen, Portugal, Russland und Südafrika.
Insgesamt werden nach den Überschwemmungen in China und Nepal etwa 1500 Menschen vermisst. Nach Angaben der Behörden kamen mehr als 390 Menschen ums Leben, darunter Hunderte von Ausländern und Pilgern, die sich auf dem Weg zum Berg Kailash befanden – einer heiligen Stätte im Himalaja.
Der 6638 Meter hohe Gipfel hat Bedeutung für den Hinduismus, den Buddhismus, den Jainismus und die tibetische Bon-Tradition. Jede dieser Glaubensrichtungen verbindet den Berg mit unterschiedlichen heiligen Überlieferungen.
Er gilt als jahrhundertealte Pilgerstätte, aber: Sein Gipfel ist bis heute unbestiegen, Klettern aus religiösen Gründen verboten. Pilger erweisen dem Kailash ihre Ehre, indem sie ihn auf einer anstrengenden Strecke lediglich zu Fuß umrunden.
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