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Mädchen rassistisch beleidigt - Wie sagt man einem Kind (4), dass es gehasst wird?

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Mädchen rassistisch beleidigt - Wie sagt man einem Kind (4), dass es gehasst wird?

Chemnitz – Die traurigen Augen seiner kleinen Tochter wird Youssef Bash (34) nie vergessen. „Papa, warum wollte diese Frau uns angreifen? Was haben wir gemacht?“, fragte ihn Emma, nachdem sie erfahren musste, was Rassismus bedeutet. Nach den beschämenden Szenen in der Chemnitzer Innenstadt ermittelt jetzt auch die Polizei.

Laut Polizei soll am vergangenen Donnerstag, gegen 16 Uhr, eine etwa 40-jährige blonde Frau auf der Inneren Klosterstraße ausländerfeindliche Parolen gerufen haben. Außerdem habe die Unbekannte in Richtung einer 63-jährigen Frau, die mit einem kleinen Kind unterwegs war, getreten. Das kleine Kind war Emma, die 63-Jährige ihre Großmutter. Youssef Bash hadert nun mit der Stadt, die er eigentlich liebt und die ihm zur neuen Heimat geworden ist. Der Syrer wendete sich mit einem emotionalen Video via Instagram an die Öffentlichkeit. „Ausländer raus!“, habe die Frau geschrien und in Richtung des Kopfes seiner Schwiegermutter getreten.

BILD traf den Mann, der vor zwölf Jahren nach Deutschland geflüchtet war, in seinem Familiencafé am Johannisplatz. Das Geschäft heißt Emma – wie die Tochter, deren heile Welt bei dem Vorfall vor wenigen Tagen zerbrochen ist. „Chemnitz ist doch ihre Heimat. Sie versteht nicht, dass so etwas passiert, und ich weiß auch nicht, wie ich es ihr erklären soll“, sagt der verzweifelte Vater. Egal, wie er auch versuchte, sie zu beruhigen: Emma merkt, dass etwas nicht stimmt. „Sie sieht das Gefühl in meinen Augen“, erklärt Youssef, der als Musterbeispiel gelungener Integration gelten könnte. Seit 2014 in Chemnitz, erst bei der Diakonie angestellt, später neun Jahre lang beim TÜV und nun selbstständig. Seine Frau Mai absolvierte eine Banklehre, ist Finanzberaterin. Das Paar spielt gemeinsam in der Band „YouMa“, war mit der Gruppe sogar für den Bürgerpreis der Stadt nominiert. Ein Kopftuch tragen weder Mutter noch Großmutter.

„Deutschland hat uns eine Chance gegeben, wir müssen etwas zurückgeben. Das war immer meine Meinung“, versichert Emmas Vater, der inzwischen sogar darüber nachdenkt, Chemnitz zu verlassen. „Es wird immer schlimmer, es passiert etwas in dieser Stadt. Ich kann Rassismus aushalten, aber bei Kindern ist Schluss“, macht Youssef Bash klar.

Trotzdem gebe es noch immer viele freundliche Chemnitzer. Einer von ihnen schritt bei dem Vorfall am Donnerstag ein. „Dieser Mann sowie weitere Zeugen des Geschehens werden gebeten, sich bei der Polizei zu melden“, schrieb die Polizei in einer Pressemitteilung. Hinweise an die Kripo: 0371 387-3448.

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