Chaosspiel in Mannheim: Hilferuf nach einem Pokalabend mit dunklem Schatten
Dass es bei diesem Fußballspiel am Ende nicht mehr um Fußball gehen würde, war im Grunde schon nach zwei Minuten klar. Allzu viel war der Ball nämlich noch nicht gerollt, als es bereits zum ersten Mal nicht mehr weiterging. Es blitzte, böllerte und rauchte derart gewaltig in und vor der Fankurve des SV Waldhof Mannheim .
Und es blitzte, böllerte und rauchte noch deutlich mehr in und vor jener des 1. FC Kaiserslautern, dass Schiedsrichter Robert Schröder die DFB-Pokal-Partie der ersten Runde für mehrere Minuten unterbrach . Am Ende jedoch war auch das nur ein Teaser für all das, was diesem eigentlich stimmungsvollen Derby zweier Südwestrivalen seinen dunklen Schatten verleihen sollte – und was um ein Haar zu seinem Abbruch geführt hätte.
Dass es bei diesem Fußballspiel am Ende nicht mehr um Fußball gehen würde, war nämlich spätestens in dem Moment klar, in dem die Pferde kamen. Die Pferde und die Hunde. Und vor allem die Polizisten. Hunderte Polizisten in voller Schutzmontur. Eigentlich hätte nun die Verlängerung im Mannheimer Carl-Benz-Stadion beginnen sollen.
Stattdessen zogen Nebelschwaden über das Feld, Raketen zischten durch die Luft, immer wieder knallte es, schlugen glühende Leuchtfeuer auf dem Rasen ein. Und auch wenn es später, in der letzten Minute der Verlängerung, noch einen 1:0-Siegtreffer für den FCK geben sollte , waren es diese Bilder, die am Ende blieben. Es waren die Bilder von einem Fußballstadion, das zur Kampfzone geworden war.
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Dabei hatten die beiden Fan-Lager im Grunde schon während der gesamten Partie massenweise Pyrotechnik gezündet. Dramatisch eskaliert war das Ganze aber erst am Ende der regulären Spielzeit. 0:0 stand es nach 90 Minuten Fußball, in denen sowohl der Drittligaklub aus Mannheim als auch der Zweitligaklub aus Kaiserslautern genügend Chancen hatten, ein Tor zu schießen, und es doch nicht taten.
In der letzten Szene vor dem Abpfiff gerieten dann zunächst die Spieler auf dem Platz aneinander. Die fußballtypische Rudelbildung nach einem etwas zu energisch geführten Zweikampf in der Nähe der Auslinie war daraufhin der Ausgangspunkt für eine selbst für Fußballverhältnisse untypische Spirale der Ungeheuerlichkeiten.
Die zeitliche Abfolge in der nun endgültig überhitzten Atmosphäre war dabei wie folgt: Als sich die Spieler des FCK mit ihrem Trainerteam vor ihrer Auswechselbank versammelten, um sich dort auf die Verlängerung vorzubereiten, flogen von der Haupttribüne haufenweise Bierbecher und Fahnenstangen aus Plastik auf sie.
Wohl als direkte Reaktion darauf feuerten Fans aus der Gästekurve dann mehrere Leuchtraketen Richtung Haupttribüne, die dort – wo in Mannheim unter anderem der Familienblock ist – inmitten der Zuschauer landeten. Das wiederum animierte offenbar einige der Mannheimer Anhänger hinter dem gegenüberliegenden Tor, die Absperrungen zu überwinden und auf das Spielfeld zu stürmen.
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