Wahlkampf-Panne - SPD wirbt in Sachsen-Anhalt mit Nazi-Zeile
Berlin/Magdeburg – Bittere Wahlkampf-Panne bei der SPD: Mit dem Slogan „Wir sind der Deich“ wollen die Sozialdemokraten in Sachsen-Anhalt die AfD stoppen. Blöd nur: Die Zeile stammt wortwörtlich aus einem Lied der Nationalsozialisten von 1936. Jetzt muss die SPD erklären, wie ihr dieser historische Fehlgriff mitten im Wahlkampf passieren konnte.
Die Zeile „Wir sind der Deich“ stammt aus dem Lied „Wir tragen das Vaterland in unsern Herzen“, das 1936 als Pflichtlied des Reichsarbeitsdienstes gesungen wurde. In der ersten Strophe heißt es: „Denn wir sind das Reich, und wir sind der Deich um Volk und Arbeit und Freiheit zugleich.“ Geschrieben hatte das Lied Wilhelm Decker (1899–1945), ein hoher Funktionär des Reichsarbeitsdienstes. Später erhielt Decker das Goldene Parteiabzeichen der NSDAP. Zuerst berichtete „Nius“ über den Fall.
Die SPD weist die Vorwürfe zurück. René Wölfer, Sprecher von SPD -Spitzenkandidat Armin Willingmann, sagt BILD, der Begriff werde seit Jahrzehnten unabhängig von seinem ursprünglichen Zusammenhang genutzt. Etwa „während der Oderflut 1997 als Symbol für Zusammenhalt“. Und: Auch die Initiative „Omas gegen Rechts“ habe die Formulierung zuletzt verwendet. „Es geht um Zusammenhalt, Verantwortung und den gemeinsamen Schutz unserer Demokratie“, so die Erklärung. Einen Bezug zu dem NS-Lied weist die Partei zurück. Trotzdem bitter: Auf diese Debatte hätte die SPD im heißen Wahlkampf-Endspurt wohl gerne verzichtet.
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