„Stille Stunde“: Wenn es im Supermarkt still wird
Die Idee der „stillen Stunde“ stammt aus Neuseeland.
Sie soll etwa Autisten oder Menschen mit ADHS durch reduzierte Reize einen entspannteren Einkauf ermöglichen.
Breitet sich die Initiative aus? Die Musik ist aus, die Lichter sind gedimmt: Die „stille Stunde“ hat begonnen.
Statt Musik oder Werbeansagen im Hintergrund hört man lediglich, wie Kunden Lebensmittel in ihre Einkaufswagen legen oder Angestellte an der Kasse mit Kunden sprechen.
Seit Anfang August findet die Aktion einmal in der Woche in einem Rewe-Supermarkt im thüringischen Arnstadt südlich von Erfurt statt. „Eine „stille Stunde“ ist für Menschen gedacht, die etwa Schwierigkeiten mit lauter Akustik haben - aber eben auch mit Blick auf andere Reize, die Stress verursachen können“, erläutert Fabian Diekmann, Fachreferent bei Autismus Deutschland . „Diese Barriere wird an der Stelle runtergefahren, um somit niederschwelligen Zugang zu ermöglichen.“ Profitieren könnten nicht nur Autisten, sondern auch etwa Menschen mit Alzheimer, Demenz oder ADHS. „Eigentlich gibt es nur ein paar kleine Schräubchen, die wir anpacken müssen“, sagt Frank Ortlepp, Geschäftsführer der Arnstädter Rewe-Filiale.
Dienstags zwischen 16.00 und 17.00 Uhr wird die Geräuschkulisse auf ein Minimum reduziert, auch die Kassengeräusche werden leiser.
Außerdem wird in der Zeit nicht geputzt, es wird keine Ware verräumt, und die Beleuchtung wird gedimmt.
In Deutschland gibt es neben Supermärkten wie dem von Ortlepp immer mehr Stellen, an denen Betroffenen dank „stiller Stunde“ das Leben etwas leichter gemacht werden soll.
Idee stammt aus Neuseeland Die Idee stammt aus Neuseeland und wurde dort erstmals 2018 umgesetzt, erklärt Rebecca Lefèvre vom Verein Gemeinsam Zusammen.
Sie ist Leiterin der Initiative „Stille Stunde - Menschen mit nicht sichtbaren Behinderungen sichtbar machen“.
Als sie und ihr Verein davon hörten, habe es eine Handvoll Märkte gegeben, die das machten, sagt sie.
2023 startete ihr Verein dann eine Kampagne, um bundesweit für die Umsetzung zu werben.
Lefèvre ist selbst betroffen, wie sie erzählt.
Früher habe sie beim Einkaufen mit ihrem Mann beispielsweise nach der Hälfte abbrechen müssen, weil es ihr zu viel wurde.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.