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Vermögenssteuer: Warum eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen überfällig ist

Die Zeit ·
Vermögenssteuer: Warum eine stärkere Besteuerung hoher Vermögen überfällig ist

Die Ungleichheit der Vermögen steigt weltweit. Und zwar nicht nur zwischen Privatpersonen, sondern auch zwischen Privatpersonen und dem Staat. Immer mehr Staaten machen immer mehr Schulden. Das liegt nicht nur an ineffizienten Staatshaushalten, sondern weil in vielen Ländern die Steuereinnahmen sinken, die Ausgaben aber steigen. Daseinsvorsorge, Bildung, Sicherheit, Investitionen und all die anderen Bereiche, die ein funktionierendes Gemeinwesen tragen. Wie könnte eine Balance aussehen – sich der Staat effizient und zugleich auskömmlich finanzieren?

Die Antwort liegt in einem großen Ungerechtigkeitsgefühl, das Menschen überall auf der Welt teilen: die enorm hohen Privatvermögen einzelner. Superreiche stärker zu besteuern, erscheint daher nicht nur als Lösung für klamme öffentliche Haushalte, sondern als moralisch notwendig.

Über Moral und Gerechtigkeit lässt sich streiten. Weniger strittig ist jedoch die Frage, wie Steuern in einer Gesellschaft gestaltet sein sollten, damit sie akzeptiert werden, wirtschaftlich effizient sind und den geringstmöglichen Schaden anrichten. Aus beiden Perspektiven – also sowohl mit Blick auf das gesellschaftliche Verständnis von Leistung und Gerechtigkeit als auch mit Blick auf ein Steuersystem, das Wohlstand ermöglicht – ist auch für Deutschland eine höhere Besteuerung großer Vermögen nur logisch und – ich würde so weit gehen und sagen: Es ist unausweichlich.

Unsere Gesellschaft definiert Gerechtigkeit über Leistung und Bedarf, nicht über Ansprüche oder Gleichheit. Es gibt einen breiten Konsens darüber, dass verfügbares Einkommen (und Vermögen) die Leistung des Einzelnen widerspiegeln sollten – und dass zugleich am unteren Ende der Verteilung jeder und jedem ein menschenwürdiges Leben und ein Mindestmaß an sozialer Teilhabe garantiert werden müssen. Dagegen lehnt eine große Mehrheit Ansprüche an die Gesellschaft ab, wenn sie diesen Prinzipien von Leistung und Bedarf widersprechen. Die Ablehnung ist auch groß, wenn es um Gleichheit per se geht – viele Menschen wollen schon sehen, dass sich Leistung lohnt und derjenige, der sich besonders anstrengt, auch etwas mehr haben darf.

Die Fakten des kürzlich veröffentlichten Global Wealth Report 2026 der BCG zeigen, wie enorm groß die Ungleichheit der Vermögen weltweit, aber gerade auch in Deutschland geworden ist. Das weltweite Nettovermögen ist 2025 auf einen neuen Höchststand von rund 550 Billionen US-Dollar gestiegen. Das ist eine unvorstellbare Summe! Zur Veranschaulichung ein Bild: Würde man 550 Billionen Dollar ausschließlich in 100-Dollar-Scheinen darstellen, wären das 5,5 Billionen Banknoten. Aufgeschichtet auf einen Stapel wäre dieser etwa 605.000 Kilometer hoch – das ist fast eineinhalb Mal die Entfernungen zwischen Erde und Mond.

Natürlich besteht das Vermögen überwiegend nicht aus Geldscheinen, sondern aus Grundstücken, Gebäuden, Aktien, Unternehmensbeteiligungen und anderen Vermögenswerten.

Fakt ist: Das globale Finanzvermögen wuchs deutlich schneller als die Inflation und erreichte rund 333 Billionen US-Dollar, vor allem getrieben durch starke Aktienmärkte.

Für Deutschland sind die Zahlen besonders aufschlussreich.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zeit.de — der Inhalt gehört Die Zeit.

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