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Superreichtum in Deutschland: Gefahr für die Demokratie?

ZDFheute ·
Superreichtum in Deutschland: Gefahr für die Demokratie?

In Deutschland leben immer mehr Superreiche - das befördert Debatten über gesellschaftliche Ungleichheit. Werden Superreiche zu einem Problem für den demokratischen Zusammenhalt?

Ein Finanzvermögen von mehr als 100 Millionen US-Dollar: Rund 5.000 Menschen konnten das nach Schätzungen der Boston Consulting Group 2025 in Deutschland vorweisen - und damit 1.100 Personen mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig ist Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt. Während die untere Hälfte der Bevölkerung einen geringen Anteil daran besitzt, verfügt das reichste ein Prozent der Bevölkerung über etwa 35 Prozent des gesamten Vermögens. Auch deshalb ist über die Frage, ob extremer Reichtum negative Folgen für Gesellschaft und Demokratie hat, eine Diskussion entbrannt.

Wer bereits große Vermögen besitzt, profitiert häufig von steigenden Aktienkursen sowie von wachsenden Unternehmens- und Immobilienwerten. Hinzu kommt: Kapitalerträge werden in Deutschland mit einigen Ausnahmen ohne Progression mit einheitlich 25 Prozent besteuert. Viele Kritiker sehen darin den entscheidenden Grund, warum Vermögende ihr Vermögen schneller ausbauen als Menschen, die hauptsächlich von Arbeitseinkommen leben.

Heftige Kritik an diesen Verhältnissen übt die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Ihr neues Stück "Unter Tieren" feierte bei den Salzburger Festspielen seine Uraufführung. Darin treten als Tiere verkleidete Schauspieler auf und versuchen, ein "verrücktes" System zu erklären, das aus Geld immer mehr Geld macht - allerdings nur für einige Wenige.

Für die Berliner Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas birgt die wachsende Vermögensungleichheit erheblichen sozialen Sprengstoff. Reichtum könne sich über Generationen hinweg verfestigen und anderen Gesellschaftsmitgliedern den Aufstieg erschweren.

Besonders problematisch ist für sie die Entwicklung bei den größten Vermögen. Rund 75 Prozent der Milliardärsvermögen in Deutschland beruhten auf Erbschaften oder Schenkungen. "Wir sind bereits heute keine Leistungsgesellschaft mehr, sondern eine Erbengesellschaft", meint Linartas. Das schwäche das Vertrauen in gesellschaftliche Aufstiegsmöglichkeiten und bereite den Boden für die AfD.

Neben der Ungleichheit beschäftigen Kritiker zwei weitere Themen: Steuerhinterziehung und Finanzkriminalität. Die ehemalige Cum-Ex-Ermittlerin Anne Brorhilker spricht von einem "Riesenproblem". Nach Schätzungen des Netzwerks Steuergerechtigkeit entgehen dem Staat durch Steuerhinterziehung jährlich rund 100 Milliarden Euro.

In den Cum-Ex-Verfahren geht es um Steuern, die vom Staat zurückgefordert wurden, obwohl sie nie entrichtet worden waren. Es handele sich dabei keineswegs um das bloße Ausnutzen einer Gesetzeslücke, so das Netzwerk, sondern um skrupellosen, bandenmäßig organisierten Betrug. Brorhilker kritisiert vor allem das geringe Entdeckungsrisiko im Fall von Wirtschaftskriminalität. Solange Täter kaum Konsequenzen befürchten müssten, bleibe der Anreiz für illegale Geschäfte bestehen.

Wie sich wachsende Ungleichheit begrenzen lässt, darüber gehen die Meinungen auseinander.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.zdf.de — der Inhalt gehört ZDFheute.

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