Rechenzentren-Boom: Grüne und Umweltverbände sehen Risiken in Rechenzentren
Im Großraum Berlin-Brandenburg sind mehrere Rechenzentren im Bau oder in Planung.
Grüne und Umweltverbände warnen vor negativen Folgen für die Umwelt.
Wie sieht die Landesregierung die Ansiedlung? Die Grünen und mehrere Verbände befürchten angesichts der Planung mehrerer Rechenzentren in Brandenburg Risiken für die Umwelt. „Wir sehen den Bedarf an Rechenzentren“, sagte die Bundestagsabgeordnete Andrea Lübcke. „Wir sagen aber: Die richtigen Rechenzentren am richtigen Ort - und dazu müssen eben bestimmte Kriterien erfüllt sein.“ Der Wasserverbrauch müsse in der wasserarmen Region Brandenburg so minimal wie möglich sein, die Energieversorgung müsse klimaneutral sein - ohne neue klimaschädlichen Gase und die Abwärme müsse sinnvoll genutzt werden, sagte Lübcke.
Die Grünen-Politikerin schlug einen Rechenzentren-Euro zur Beteiligung der Kommunen an Erträgen vor - ähnlich dem Solar- oder Windkraft-Euro.
Umweltschonende Rechenzentren sollten auch schneller genehmigt werden.
Wirtschaftsministerin wirbt für Ansiedlungen Der Großraum Frankfurt/Main ist nach wie vor führender Standort für Rechenzentren in Deutschlands, die Metropolregion Berlin -Brandenburg wird aber zunehmend gefragter.
Nach Angaben der Wirtschaftsförderung Brandenburg existieren Rechenzentren in Brandenburg an der Havel, Kleinmachnow, Mittenwalde und Cottbus.
In Brieselang, Nauen, Wustermark, Fredersdorf-Vogelsdorf und Lübbenau sind Zentren im Bau oder in Planung.
Wirtschaftsministerin Martina Klement (CSU) warb im Mai für Investitionen in Rechenzentren: „Mit jeder Ansiedlung wächst Brandenburg als Standort für Innovation und digitale Dienstleistungen - davon profitieren Industrie, Handel, öffentliche Verwaltung und letztlich die gesamte Region.“ BUND und Grüne Liga warnen vor Wasserkonflikt Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Brandenburg wirft der Landesregierung mangelnde Transparenz und Verantwortung vor. „Momentan nimmt sie diese Verantwortung nicht wirklich wahr und schiebt sie auf die kommunale Bauleitplanung“, sagte die Geschäftsführerin Joyce-Ann Syhre.
Die Regierung solle Standorte ausweisen und ausschließen.
Sie warnte mit Blick auf die angespannte Wasserlage im Sommer: „Hier gehen wir in Richtung Wasserkonflikt, wenn wir das so laufen lassen.“ Die Grüne Liga geht von Widerstand in der Bevölkerung gegen Rechenzentren aus. „Es wird kommen“, sagte der Vize-Bundesvorsitzende Steffen Schorcht, der auch Mitglied der Bürgerinitiative gegen Tesla ist.
Es gebe bereits viele Anfragen von Bürgern.
Grüne: Rechenzentrum in Lübbenau als Positivbeispiel Grünen-Bundestagsabgeordnete Lübcke nannte die Pläne für ein Rechenzentrum in Freyenstein (Ostprignitz-Ruppin) angesichts der Dimension als negatives Beispiel.
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