Mordprozess: Mordvorwürfe und Leidensweg – Gericht spricht Arzt frei
Freispruch nach Mordvorwürfen: Wie ein Arzt aus Hannover die wohl schwerste Zeit seines Lebens durchstehen musste - und warum das Gericht keine Schuld bei ihm sah.
Als das Urteil fällt, geht ein Aufatmen durchs Publikum: Ein wegen angeblicher Tötungsdelikte beschuldigter Arzt der Medizinischen Hochschule Hannover wird freigesprochen - nach langer Leidenszeit und monatelanger Untersuchungshaft.
Mit Tränen in den Augen hört der 49-Jährige das Urteil.
Und das fällt eindeutig aus: Strafbares Handeln habe „in keiner Weise“ festgestellt werden können, sagt die Vorsitzende Richterin am Landgericht Hannover, Britta Schlingmann, zur Urteilsbegründung.
Der 49 Jahre alte Mediziner sei „ein Arzt, der ausschließlich zum Wohl seiner Patienten handelt“.
Auch solle er für seine Zeit in Untersuchungshaft entschädigt werden.
Zuvor fordern sowohl Anklagevertreter als auch Verteidiger einen Freispruch.
Lage „extrem belastend“ Die Lage sei „sicherlich extrem belastend für Sie und Ihre Familie“ gewesen, sagt die Richterin in Richtung des Freigesprochenen.
Sie sagt, sie wolle großen Respekt zum Ausdruck bringen - auch gegenüber den Ärzten und Pflegerinnen auf der Station, einer Intensivstation der MHH .
Es gebe keinen Zweifel daran, dass es dem 49-Jährigen darum gegangen sei, Patienten an ihrem Lebensende zu begleiten, damit sie nicht leiden müssten.
Dabei steht der Mediziner wegen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht.
Er soll laut Anklage im Mai 2019 als Notarzt zu einer 82-Jährigen gerufen worden sein und versucht haben, sie mit Medikamenten zu töten.
In den anderen Fällen ging es um Patienten, die auf der Intensivstation behandelt wurden - einen 20-Jährigen, der im Juni 2020 starb, außerdem einen 71-Jährigen, der im März 2025 starb.
Der Arzt soll die Therapien der Patienten abgebrochen und sie mit Medikamenten getötet haben. „Richtige Maßnahme im richtigen Moment“ „Was ist passiert?“, fragt Richterin Schlingmann.
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