Gewalt gegen Frauen: Kaum freie Plätze in Frauenhäusern in Baden-Württemberg
Die Gewalt gegen Frauen nimmt bundesweit zu – auch im Südwesten.
In Frauenhäusern sollen die Betroffenen und ihre Kinder Schutz finden.
Was aber, wenn es keine freien Plätze gibt? Die große Mehrheit der Frauenhäuser in Baden-Württemberg hat nach eigenen Angaben keine freien Plätze für von Gewalt betroffene Frauen und ihre Kinder.
Das geht aus Zahlen der Zentralen Informationsstelle autonomer Frauenhäuser hervor.
Demnach konnten zum Stichtag 9.
Oktober nur in 4 der insgesamt 44 Frauenhäuser in ganz Baden-Württemberg neue Frauen aufgenommen werden.
Die Meldung der Daten an die Informationsstelle ist für Frauenhäuser freiwillig.
Fast täglich wird in Deutschland eine Frau getötet, nur weil sie eine Frau ist.
Auch in Baden-Württemberg ist die Zahl der sogenannten Femizide gestiegen, wie das Sozialministerium mitteilte: Insgesamt 135 Frauen und Mädchen seien 2024 Opfer eines versuchten oder vollendeten Tötungsdeliktes geworden.
Damit steigt auch der Bedarf an Schutz für Frauen und ihre Kinder. „Im Zweifel lebensgefährlich“ „Es gibt einfach deutlich zu wenig Frauenhausplätze in Baden-Württemberg “, kritisiert Tabea Konrad vom Landesverband Frauen gegen Gewalt. „Wenn eine von Gewalt betroffene Frau keinen Zugang zu Unterstützung bekommt, dann bedeutet das in aller Regel, dass sie deutlich länger in der Gewaltsituation bleibt.“ Im Zweifel sei das lebensgefährlich und könne für eine Frau tödlich enden.
Auf Anfrage der dpa teilte das für Frauenhäuser zuständige baden-württembergische Sozialministerium mit, dass ihnen die hohe Auslastung des Frauen- und Kinderschutzhaussystems grundsätzlich bekannt sei.
In den vergangenen Jahren habe das Ministerium die zur Verfügung gestellten Mittel zur Unterstützung der Frauenhauslandschaft jedoch deutlich erhöht.
Sozialministerium: Ausbau der Plätze bereits vorangetrieben Zum Stichtag 1.
Januar habe es in Baden-Württemberg insgesamt 899 Plätze für von Gewalt betroffene Frauen und deren Kinder gegeben.
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