Serie geht an die Grenze des Erträglichen - Netflix warnt Zuschauer vor neuen „Fauda“-Szenen
Tel Aviv (Israel) – Leichen junger Menschen liegen blutverschmiert in einem Container. Überall Panik, verkohlte Menschen in Autos. Selten hat eine Serie so tief und schmerzvoll ins Herz gestochen. So sehr gepackt, geschüttelt und gezwungen, etwas anzuschauen, was bis zum 7. Oktober 2023 schlichtweg unfassbar erschien. Das barbarische Massaker der Hamas-Terroristen an israelischen Zivilisten füllt in der neuen Staffel der Netflix-Serie „Fauda“ zwei Folgen. Und geht an die Grenze dessen, was die menschliche Seele ertragen kann.
Die Folgen 7 und 8 (von insgesamt 11) sind so schonungslos, dass die israelischen Produzenten sich zu einem außergewöhnlichen Schritt entschieden haben – einer Triggerwarnung!
Vor Beginn wird ein Text vor schwarzem Hintergrund eingeblendet: „Die Folgen 7 und 8 enthalten belastende Szenen, besonders für Menschen, die selbst Notsituationen erlebt haben.“ Und: „Besondere Vorsicht wird Personen geraten, die Krisensituationen erlebt haben.“ Ein bemerkenswerter Vorgang. Selten war eine Warnung so wichtig und so ernst gemeint.
Die Macher haben die Serie bewusst so konzipiert, dass die Handlung auch ohne diese traumatischen Folgen verständlich bleibt. Staffel fünf spielt zwei Jahre nach Israels 9/11. Die Helden der Serie – allen voran Doron ( Lior Raz, 54) und sein Ex-Kommandeur Eli (Yaakov Zada-Daniel, 46) – sind traumatisiert vom Hamas-Massaker. Und doch raffen sie sich noch einmal auf. Zu einem inoffiziellen Einsatz, der eng verknüpft ist mit dem Grauen von 2023. Nach sechs Folgen Anlauf springt die Serie zurück an den schlimmsten Tag, den Israel in seiner Geschichte jemals erlebt hat.
Als rund 3000 Hamas-Terroristen Dörfer nahe der Grenze überfielen – mordeten, folterten und vergewaltigten – arbeiteten die „Fauda“-Autoren gerade an Staffel fünf. Plötzlich war all der Stoff hinfällig.
Serienschöpfer Avi Issacharoff (53) machte klar, dass man in dieser Serie die größte Terrorattacke des Landes niemals ignorieren könne: „Die Realität war schlimmer und größer als das dunkelste Drehbuch, das wir uns je hätten ausdenken können.“ Für viele Schauspieler die härtesten Dreharbeiten ihres Lebens. Hauptdarsteller Lior Raz berichtete später, dass es am Set immer wieder zu emotionalen Zusammenbrüchen kam.
Viele Mitglieder der Crew hatten am 7. Oktober selbst Menschen verloren. Schauspieler Idan Amedi (38, spielt Sagi Tzur) wurde als Reservist bei den Kämpfen in Gaza so schwer verletzt, dass er in Staffel 5 (bis auf einen Gastauftritt am Ende) nicht mehr mitspielen konnte.
Es ist nachts um drei Uhr am 7. Oktober 2023, im Kibbuz Beeri an der Grenze zu Gaza. Eli ist Kommandeur einer israelischen Anti-Terror-Einheit und wird zu einem Einsatz gerufen. Er verabschiedet sich von seiner Frau und seinen beiden Kindern. Noch ist alles ruhig. Er weiß nicht, was in wenigen Stunden passieren wird. Die Zuschauer wissen es schon.
Die Macher der Serie drehten sehr dokumentarisch, Panik statt Pathos, aber ohne Original-Videos. Mit jeder Minute wird es schlimmer, wächst die Verzweiflung. Grausamer Höhepunkt in Folge 8: Elis Familie im Schutzraum. Die Terroristen im Haus.
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