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Sozialbetrug: Das „Sweet home“ ist jetzt dicht - NRW bekämpft Sozialbetrug

Stern ·
Sozialbetrug: Das „Sweet home“ ist jetzt dicht - NRW bekämpft Sozialbetrug

Mit einem Aktionsplan will der Bund den Kampf gegen Sozialbetrug mit Schrottimmobilien voranbringen.

Wie nötig das ist, zeigt eine Kontrollaktion im besonders betroffenen Ruhrgebiet - in Duisburg. „Home, sweet home“, steht an der abgeschabten braunen Holztür in dem Duisburger Mietshaus .

Drinnen und im ganzen Haus ist es alles andere als wohnlich: Dreck überall, verfaulte Lebensmittel im Kühlschrank, defekte Haushaltsgeräte und ein Altreifen in einem leeren Wohnzimmer.

In einem anderen, noch bewohnten Zimmer steht ein völlig verdrecktes Aquarium mit trübem Wasser und Fischen.

Der Altbau steht teilweise leer, erkennbar ist hier seit vielen Jahren nichts mehr renoviert oder erneuert worden.

An einer Haustür hängt ein Schreiben des Gerichtsvollziehers mit der fristlosen Kündigung wegen Mietschulden, im Keller wird vor Ratten gewarnt.

Gemeldet sind hier 18 Bewohner aus Rumänien - darunter eine Großfamilie mit sechs Kindern.

Alle sechs beziehen Kindergeld, der Vater der Familie stockt mit Grundsicherung auf, sagt der städtische Stabsstellenleiter Oliver Kardas.

Die Großfamilie ist weg, ihre Möbel auch Ordnungsamt und Ausländerbehörde, Polizei und Feuerwehr nehmen das Haus am Donnerstag bei einer der regelmäßigen landesweiten NRW-Kontrollaktionen gegen Mietwucher und Sozialbetrug unter die Lupe.

Ergebnis: Die Familie mit den sechs Kindern ist gar nicht da, ihre mutmaßliche Wohnung steht leer, Möbel gibt es nicht.

Im Haus angetroffen werden aber zwölf andere Personen, die teils dort nicht gemeldet sind.

Im Haus sind auch Kinder.

Der Eigentümer ist laut Meldung Niederländer und nicht zu erreichen.

Aus Sicht des Duisburger Oberbürgermeisters Sören Link (SPD) ein Beispiel für möglichen Sozialleistungsbetrug, der die Akzeptanz des Sozialstaats unterhöhlt.

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