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Nach tödlichen TikTok-Challenges - Australien kämpft gegen gefährliche Algorithmen

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Nach tödlichen TikTok-Challenges - Australien kämpft gegen gefährliche Algorithmen

Australien – Die 17-jährige Australierin Leonida starb 2023 durch die „Deo-Challenge“ auf TikTok: Dabei atmete sie tödliches Deo-Gas ein. Diese Challenge verbreitete sich mithilfe des Algorithmus der Plattform. Jetzt möchte die australische Regierung gegen gefährliche Social-Media-Algorithmen vorgehen – und Nutzern die Entscheidungsfreiheit geben.

Ein Algorithmus ist eine Rechenformel. Er entscheidet darüber, was Nutzern in sozialen Medien angezeigt wird. Die TikTok -For-You-Page oder die Startseite von Instagram werden von Algorithmen gesteuert. Meistens richtet sich der Algorithmus nach Aufmerksamkeit: Je polarisierender ein Beitrag, desto mehr beschäftigen sich Nutzer mit ihm – also wird er öfter angezeigt. So können Algorithmen zur Verbreitung gefährlicher Trends beitragen.

Ein weiteres Problem, gegen das die australische Regierung vorgehen will: die hohe Suchtgefahr von sozialen Medien. Laut einer Studie von Mission Australia sind 38 Prozent aller australischen Jugendlichen mehr als drei Stunden pro Tag auf Social-Media-Plattformen aktiv. Algorithmen zeigen jedem Nutzer genau die Inhalte, die ihn möglichst lange auf der Plattform halten – das kann süchtig machen.

Jetzt will die australische Regierung die Macht der Algorithmen brechen. Premierminister Anthony Albanese stellt dafür ein neues Gesetz vor: „Es geht nicht darum, der Regierung Kontrolle zu geben, sondern den Menschen.“ Dank des neuen Gesetzes können Nutzer die Algorithmus-Empfehlungen ausschalten. So soll das Suchtpotenzial eingeschränkt und Tragödien wie die von Leonida verhindert werden.

Kommunikationsministerin Anika Wells stellt klar: Plattformbetreiber müssen es Nutzern leicht machen, die Algorithmus-Empfehlungen abzuschalten. Sonst drohen den Betreibern hohe Geldstrafen . Das geht vielen Aktivisten jedoch nicht weit genug. Die Frauenrechtlerin Chanel Contos fordert: „Momentan ist der Algorithmus noch automatisch aktiviert. Die Plattformen sollten uns erst fragen müssen, bevor sie uns personalisierte Inhalte anzeigen.“

Australien geht schon länger gegen Social-Media-Gefahren vor. Australier unter 16 Jahren dürfen sozialen Medien nicht mehr nutzen. Dadurch wurden schon fast 5 Millionen Konten von minderjährigen Nutzer gesperrt oder gelöscht. Premierminister Albanese begründet das so: „Wir wollen, dass unsere Kinder eine Kindheit haben.“

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