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Deutschland

Rüstungschef Stefan Thumann - Deutscher Manager versteckt sich vor Putin

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Rüstungschef Stefan Thumann - Deutscher Manager versteckt sich vor Putin

Berlin – Der deutsche Rüstungsunternehmer Stefan Thumann liefert Drohnen an die Ukraine und geriet so ins Visier der Russen. Wegen eines mutmaßlichen Mordkomplotts des russischen Geheimdienstes lebt der „Donaustahl“-Chef an geheimen Orten, wird rund um die Uhr bewacht. Er sagt, Deutschland befinde sich längst im Krieg mit Russland.

Im Podcast von BILD-Vize Paul Ronzheimer spricht Thumann über den mutmaßlichen Geheimdienst-Krimi um sein Leben – und erzählt, was hinter den Kulissen passierte.

Wo er sich während der Aufnahme befindet, kann der Unternehmer nicht sagen – eine deutsche Großstadt, das müsse als Information reichen. „Ich bin vollständig isoliert. Meine Liebsten sind nicht um mich herum. Ich lebe alleine mit meinen Personenschützern. Es ist eine permanente Ausnahmesituation, die sich auch auf absehbare Zeit nicht ändern wird“, so Thumann.

Seine Familie habe er seit Monaten nicht gesehen, die Kommunikation laufe ausschließlich über verschlüsselte Messenger-Dienste. Ein Besuch in der Kneipe sei unmöglich. Thumann erzählt, wie er kurz vor dem Weihnachtsfest 2025 von den Behörden informiert wurde, dass er in Gefahr sei – und dann ein erster Agent verhaftet wurde.

„Die Behörden haben immer nur scheibchenweise kommuniziert, was hier überhaupt los ist. Also, es ging Mitte Dezember los: ,Ja, Herr Thumann, da ist möglicherweise was im Anmarsch. Wir wissen noch nicht genau, was.‘ Ein, zwei Tage später hieß es: ,Ja, da ist möglicherweise tatsächlich was geplant.’ Und dann war tatsächlich auch, glaube ich, paar Stunden später auch schon die erste Verhaftung da.“

Thumann berichtet, dass er seine offiziellen Anschriften „zu Honeypots umgebaut“ habe. Als sogenannte Honeypots (deutsch: Honigfallen) bezeichnet man Orte, die feindliche Akteure gezielt in die Falle locken sollen. „Da ist alles kameraüberwacht und nur darauf ausgerichtet: Wenn jemand kommt und herumschleicht, dass er sofort erkannt wird. Deswegen hatten es die deutschen Behörden sehr leicht, innerhalb weniger Stunden den ersten Low-Level-Agenten zu verhaften. Erst nach und nach hat man mir offenbart: ,Ja, es ist eine Bedrohung, ja, sie kommt aus Russland und ja, sie ist sehr ernst – es geht um Leib und Leben.‘“

Als Low-Level-Agenten oder Wegwerf-Agenten werden Personen bezeichnet, die einfache Spionage-Tätigkeiten ausführen. Dabei stehen sie im Dienst eines Geheimdienstes, ohne genau zu wissen, für wen sie arbeiten oder welchen Zweck ihre Einsätze haben. Oftmals handelt es sich bei diesen Agenten um Kleinkriminelle, die für wenig Geld zum Beispiel bestimmte Orte auskundschaften oder Botengänge durchführen sollen.

Thumann weiter: „Die Low-Levels waren nur dafür da, herauszufinden: Wo bin ich? Dann sollte ein Mordanschlag mittels Gift ausgeführt werden.“ Später habe er aus dem Bundestag erfahren, dass er mit dem russischen Nervengift Nowitschok vergiftet werden sollte, das u.a. beim Anschlag auf den (mittlerweile ermordeten) Kreml-Gegner Alexej Nawalny verwendet wurde.

Der Unternehmer sagt dazu: „Wir nehmen das sehr ernst und haben auch entsprechende Vorkehrungen getroffen, wenn Vergiftungserscheinungen bei mir eintreten.

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