„Dummheit, Ignoranz und Heuchelei“ - Mega-Zoff vor Nations-League-Spiel
Eigentlich sollte Irlands Nationaltrainer Heimir Hallgrímsson (59) über Fußball sprechen. Stattdessen sorgt der Isländer vor den Nations-League-Duellen mit Israel (27. September und 4. Oktober) für heftigen Wirbel.
Bei der Kaderbekanntgabe sagte Hallgrímsson mit Blick auf die politischen Nebengeräusche rund um die anstehenden Spiele gegen Israel: „Wir spielen nicht mit Völkermord, wir spielen gegen Völkermord. Wir spielen gegen Israel, wir spielen nicht mit Israel.“ Zudem erklärte er, dass sich Spieler mit den Partien unwohl fühlten.
Hallgrímssons Aussagen lösten in Israel heftige Reaktionen aus. Der israelische Fußballverband (IFA) griff den Trainer daraufhin in den sozialen Medien scharf an und schrieb auf X: „Wir haben in unzähligen Bereichen einen Beitrag für die Welt und die Menschheit geleistet und dabei eine beeindruckende Anzahl von Nobelpreisen gewonnen.“ Und weiter: „Leider haben wir noch kein Heilmittel gegen die Dummheit, Ignoranz und Heuchelei gefunden, die der Nationaltrainer Irlands an den Tag legt. Wir spielen nicht mit Ignoranz, Heuchelei und Dummheit – wir spielen gegen den Trainer, der all das verkörpert.“
Wie unter anderem die „Daily Mail“ berichtet, will der israelische Verband Hallgrímsson bei der Uefa melden. Der irische Fußballverband FAI hat auf das Statement des israelischen Verbandes bislang nicht reagiert.
Der politische Hintergrund des Zoffs: Irlands Regierung kritisiert das Vorgehen Israels im Gaza-Krieg seit Längerem scharf. Israel weist Vorwürfe über Kriegsverbrechen zurück und bezeichnet sein militärisches Vorgehen als Selbstverteidigung gegen die Hamas.
Bereits im Vorfeld hatte es in Irland Forderungen nach einem Boykott gegeben. Mehr als 160 irische Sportler unterzeichneten einen offenen Brief, in dem sie die Nationalmannschaft zum Verzicht auf die Spiele aufforderten. Inzwischen wird in Medien von rund 170 Unterzeichnern berichtet. In dem Schreiben heißt es unter anderem: „Das Spiel nicht zu spielen, wäre das Sportlichste, was Ihr tun könntet.“ Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem Olympionikin Ciara Mageean, Ex-Nationalspielerin Louise Quinn und Rugby-Legende Tony Ward.
Die FAI hält dagegen an den Spielen fest. Irland und Israel treffen am 27. September im ungarischen Debrecen und am 4. Oktober im serbischen Bačka Topola aufeinander. Beide Partien finden auf neutralem Boden statt. Das Rückspiel in Bačka Topola wird hinter verschlossenen Türen ausgetragen.
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