"Der Schimmelreiter": Hauke Haien wird zum Klima-Märtyrer
Mensch gegen Naturgewalt: Regisseurin Francis Meletzky und Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer verlegen Theodor Storms Novelle von 1888 in die Gegenwart und machen den Deichgrafen Hauke Haien zum Klima- und Küstenschützer, der mit seinen Visionen bei den Dorfbewohnern auf Gegenwehr stößt.
Für viele Schüler, vor allem im Norden, dürfte Theodor Storms Novelle von 1888 zur Pflichtlektüre gehören.
Viermal wurde sie filmisch adaptiert, das erste Mal 1934, das letzte Mal Anfang dieses Jahres.
Am Freitag ist "Der Schimmelreiter" erstmals auch im Free-TV bei ARTE zu sehen.
Storms Geschichte handelt vom ehrgeizigen Hauke Haien, der sich bis zum Deichgrafen hocharbeitet und mit seinen visionären Ideen die abergläubischen Dorfbewohner gegen sich aufbringt.
Als er einem Fremden einen abgemagerten Schimmel abkauft, halten sie ihn für einen Verbündeten des Teufels, denn sie glauben, dass das Tier eben noch als Skelett auf dem Meeresgrund lag.
Hauke möchte einen neuen Deich bauen, da der alte Schwachstellen hat.
Doch sein Widersacher Ole Peters verhindert das.
Dann die Katastrophe: Bei einer Sturmflut brechen die Deiche, Haukes Frau Elke und Tochter Wienke ertrinken.
Hauke reitet daraufhin ins Meer und in den Tod.
Mensch gegen Natur Mensch gegen Natur: Es ist ein uralter Konflikt und wiederkehrendes Motiv in der Kunst.
Die Drehbuchautorin Léonie-Claire Breinersdorfer und Regisseurin Francis Meletzky verlegen die Novelle in die Gegenwart.
Zur Sorge um den Schutz der nordfriesischen Bevölkerung vor Sturmfluten kommt nun die vor dem steigenden Meeresspiegel hinzu und macht Storms regionales zum globalen Problem.
An sich eine gute Idee, doch gut gedacht ist nicht immer gut gemacht.
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