Expertenanhörung: Wissenschaftler halten Bayerns neues Klimagesetz für nutzlos
Bayerns Klimaneutralität soll um fünf Jahre nach hinten geschoben werden.
So sieht es das neue Gesetz der Regierung vor.
Im Landtag wurde nun unmissverständlich klar, was Experten davon halten.
Wissenschaftler wie der Physiker Harald Lesch haben die geplante Abschwächung des bayerischen Klimaschutzgesetzes massiv kritisiert. „Es ist tatsächlich so, dass wir mit dem Klimaschutzgesetz weder das Klima schützen noch die Menschen“, sagte er in einer Anhörung im Landtag zur geplanten Novelle des Klimagesetzes.
Klimaschutz sei keine „Petitesse“, die am Rande der Politik verlaufe.
Diese Art von Klima, die man auch in den pessimistischsten Szenarien nicht erwartet habe, „muss uns sehr, sehr, sehr nachdenklich machen“.
Lesch warnt vor drohendem Wassermangel in Bayern Lesch warnte davor, dass es nach dem Hitze-Sommer, der schon seine Opfer gefordert habe, jetzt „vielleicht noch schlimmer“ komme. „Wir werden möglicherweise in den nächsten Wochen immer noch keinen Regen haben, und das, was aktuell passiert, ist eine unglaubliche Verdunstungsleistung, dass nämlich einfach Milliarden von Litern Wasser Tag für Tag in Bayern verschwinden aus den Böden, aus den Wäldern, und das können wir uns eigentlich nicht leisten.“ Statt Klimaschutzziele von „oben“ zu verordnen, forderte Lesch einen pragmatischeren Ansatz , bei dem gerade auch von den Projekten gelernt werde, die bereits funktionierten.
Hier brauche es eine bessere Förderung für Maßnahmen, die in den Kommunen umgesetzt werden könnten.
Auch müsse der entscheidende Flaschenhals der Energiewende, die Speicherung von Energie, gelöst werden.
Auch andere zur Ausschusssitzung in den Landtag geladene Experten kritisierten den von der Staatsregierung vorgelegten Entwurf für die Gesetzesnovelle.
Zwar enthalte er Verbesserungen bei der Analyse der Verwundbarkeit durch den Klimawandel, sagte etwa Elke Hertig von der Universität Augsburg, seine „zentrale Schwäche liegt aber in der Umsetzung“.
Beim Hitzeschutz fehlten nicht die Erkenntnisse, aber ein Umsetzungsproblem.
Es brauche mehr Verbindlichkeit, zudem sollte der Schutz menschlicher Gesundheit als ausdrückliches Ziel des Klimaschutzes benannt werden.
Bayern hinkt seinen Klimaschutzzielen schon jetzt weit hinterher Aus der Sicht von Karen Pittel von der LMU in München hinke Bayern schon jetzt beim Klimaschutz massiv seinen bisherigen Zielen hinterher.
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