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Offenbar Putschversuch gegen Militärjunta in Niger - Schüsse in Niamey

Tagesschau (ARD) ·
Offenbar Putschversuch gegen Militärjunta in Niger - Schüsse in Niamey

Schüsse in der Hauptstadt Offenbar Putschversuch gegen Militärjunta in Niger Stand: 29.08.2026 • 16:34 Uhr

In Niger in Westafrika hat es offenbar einen Putschversuch gegeben. Soldaten nahmen der Militärjunta zufolge Offiziere in der Hauptstadt als Geiseln und griffen strategische Ziele an. Inzwischen sei der Aufstand beendet.

Im westafrikanischen Staat Niger hat offenbar eine Gruppe von Soldaten gegen die Militärjunta gemeutert. Das teilte das Verteidigungsministerium in einer im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme mit. Die Soldaten hätten auf dem Militärstützpunkt am internationalen Flughafen der Hauptstadt Niamey gegen ihre Vorgesetzten rebelliert. Offiziere seien als Geiseln genommen worden.

Die aufständischen Soldaten hätten zunächst ihre Kameraden innerhalb eines Stützpunkts festgesetzt, hieß es. Danach hätten sie weitere strategische Punkte in Niamey angegriffen, wie das Verwaltungsviertel Plateau, wo sich auch der Präsidialpalast befindet. Es seien Schüsse und Explosionen zu hören gewesen. Der Palast sei jedoch nicht eingenommen worden.

Die Putschisten haben eigenen Angaben zufolge den nigrischen Präsidenten Bazoum festgesetzt. mehr

Die herrschende Militärjunta teilte auf Facebook mit, die Bevölkerung solle geeint, wachsam und solidarisch bleiben. Der Staatssender RTN unterbrach für einige Stunden seine Liveübertragung und nahm sie später wieder auf.

Augenzeugen, die anonym bleiben wollten, sagten der Nachrichtenagentur AP, die Schüsse auf dem Gelände des Flughafens hätten nach Mitternacht begonnen. Der strategisch wichtige Standort beherbergt neben einem Luftwaffenstützpunkt Nigers auch das Hauptquartier der gemeinsamen Streitmacht von Niger, Burkina Faso und Mali im Rahmen der Allianz der Sahelstaaten.

Wie das Verteidigungsministerium weiter bekannt gab, konnte der Aufstand aufgrund der "raschen Reaktion" der Streitkräfte am frühen Nachmittag Ortszeit unter Kontrolle gebracht werden. Einem Reporter der Nachrichtenagentur dpa zufolge dauerte die Rebellion ungefähr sechs Stunden.

Die ECOWAS-Staaten verhängen harte Sanktionen gegen Niger. Doch die Isolation dürfte schwierig werden. mehr

Bereits Mitte Juni und im Januar war es in der Hauptstadt zu gewaltsamen Vorfällen gekommen - allerdings durch Dschihadisten. Ziel war neben Regierungsgebäuden in beiden Fällen auch der Flughafen. Auf der angrenzenden Luftwaffenbasis waren bis 2024 auch Bundeswehrsoldaten stationiert. Heute sind auf der Basis unter anderem russische Söldner und von der Türkei erworbene Drohnen untergebracht.

Der jüngste Angriff erhöht den Druck auf Nigers Militärjunta. Sie kam 2023 durch einen Putsch an die Macht und kappte daraufhin die Beziehungen zu langjährigen westlichen Sicherheitspartnern wie Frankreich und den USA und wandte sich daraufhin Russland zu.

Besonders dramatisch ist die Lage in vielen afrikanischen Ländern. mehr

Die Militärführung hat Schwierigkeiten, die tödliche dschihadistische Gewalt einzudämmen, die Teile der Sahelzone erfasst hat.

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