Von "fotzig" zu selbstbestimmt: Erobern seltsame Heldinnen die Bücherwelt?
Eine Protagonistin isst männliche Augen, eine andere will als Pflanze leben. Auf TikTok kursiert seit einer Weile die "Weird Girl Fiction". Was ist mit dem Label gemeint? Und befreit es von Klischees?
Die eine möchte ein Jahr lang durchschlafen und sich von der Außenwelt abkapseln, die andere verspeist aus Rache und Wut männliche Augen und in "Die Vegetarierin" von Literaturnobelpreisträgerin Han Kang verzichtet die Protagonistin erst auf Fleisch und will schließlich als Pflanze leben.
Diese Geschichten klingen zunächst etwas ungewöhnlich, grotesk oder radikal. Doch sie haben etwas gemeinsam: Ihre Heldinnen brechen allgemein gesagt mit gesellschaftlichen Konventionen und Erwartungen. Gerade deshalb sind sie für ein Label attraktiv, das in den sozialen Medien wie TikTok und Instagram seit einer Weile kursiert: "Weird Girl Fiction".
Was ist damit gemeint? Und macht es weibliche Figuren jenseits gesellschaftlicher Normen sichtbarer - oder steckt es sie nur in eine neue Schublade? Das englische Wort "weird" bedeutet so viel wie "seltsam" oder "merkwürdig". Neu dabei ist aber weniger die Literatur, die Lesefans bei TikTok etwa unter den Hashtags "Booktok" und "Weird Girl Fiction" teilen, als das Etikett dafür.
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