Kopf-an-Kopf-Rennen bei EU-Referendum in Island
Abstimmung in Island Knappe Mehrheit bei EU-Referendum zeichnet sich ab Stand: 30.08.2026 • 07:57 Uhr
Noch sind nicht alle Stimmen in Island ausgezählt. Erste Teilergebnisse zeigen jedoch: Beim Referendum über die Aufnahme von EU-Beitrittsverhandlungen wird es sehr knapp. Mit 51,2 Prozent liegen die Befürworter derzeit vorn.
Bei dem Referendum in Island über die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der EU liegen die Befürworter nach ersten Teilergebnissen knapp vorn. Nach Auszählung von etwa einem Drittel der abgegebenen Stimmen votierten offenbar 51,2 Prozent für den Vorschlag der Regierung, wie der Sender RUV meldete. 48,8 Prozent der Beteiligten sprachen sich demnach dagegen aus. Ein verlässliches Ergebnis werde jedoch erst für Sonntagmittag erwartet, teilte die Wahlleitung mit. Umfragen hatten zuletzt auf ein knappes Rennen hingedeutet.
Ein "Ja" würde Gespräche mit Brüssel ermöglichen. Über einen tatsächlichen EU-Beitritt müsste Island zu einem späteren Zeitpunkt in einem zweiten Referendum entscheiden. Befürworter der Gespräche argumentieren, eine Mitgliedschaft könne die hohen Zinsen im Land senken und angesichts des Krieges in der Ukraine mehr Sicherheit bieten. Gegner befürchten hingegen einen Verlust der Souveränität und der Kontrolle über die für das Land wichtigen Fischereigewässer.
Es geht um Sicherheit, Souveränität, Fischereirechte: Bei dem Referendum ist Island gespalten wie nie. mehr
"Dies ist ein großer Tag, wir haben jahrelang auf diese Abstimmung gewartet", sagte Ministerpräsidentin Kristrun Frostadottir. Ihre Regierung werde ihre Arbeit unabhängig vom Ausgang fortsetzen.
Island hatte bereits 2009 inmitten einer schweren Finanzkrise einen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt, eine euroskeptische Regierung legte den Prozess jedoch 2013 auf Eis. Die jüngsten geopolitischen Unruhen haben die seit Jahrzehnten geführte Debatte neu belebt. Sollte das Referendum zugunsten von Verhandlungen ausfallen, könnten die Gespräche laut Außenministerium bis Ende 2026 beginnen und 18 bis 24 Monate dauern.
Dieses Thema im Programm: NDR Info | Nachrichten | 30.08.2026 | 06:30 Uhr
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