Bisher Pannenursache Nr. 1 - Wird die Autobatterie bald viel zuverlässiger?
Eine feste Größe im jährlichen ADAC-Pannenreport ist die 12-Volt-Starterbatterie – als Hauptursache für Pannenhilfeeinsätze. Laut Automobilklub waren 2025 ganze 45,4 Prozent der Hilfseinsätze auf eine leere Batterie zurückzuführen. Das chinesische Unternehmen Xupai hat nun eine Technologie entwickelt, die viele Nachteile der bisherigen Blei-Säure-Starterbatterien vergessen machen soll. Das Ergebnis ist eine 12‑Volt-Batterie auf Natrium-Ionen-Basis, so berichtet das Nachrichtenportal heise.de .
Bisher gibt es als Alternative zum Blei-Säure-Akku nur Lithium-Ionen-Starterbatterien. Diese sind zwar leichter und zuverlässiger als herkömmliche Starterbatterien, allerdings auch wesentlich teurer, und sie haben sich daher nur bei Sportwagen und Liebhaberfahrzeugen durchgesetzt. Natrium-Ionen-Chemie hat im Vergleich zu herkömmlichen Bleiakkus einige Pluspunkte:
▶ Natrium-Batterien verfügen über eine höhere Energiedichte, sie speichern bei gleichem Gewicht mehr Strom. Während eine Blei-Säure-Batterie pro Kilogramm ungefähr 30 bis 40 Wattstunden speichert, liegt dieser Wert bei den Natrium-Zellen zwischen 80 und 110 Wattstunden.
▶ Zudem beschreibt Xupai die neuen Batterien als deutlich zyklenfester, sie können also öfter geladen werden. Eine Blei-Säure-Batterie kommt auf etwa 200 bis 400 Zyklen bei hoher Entladetiefe, für die Natrium-Alternative werden vom Hersteller mehr als 3000 Zyklen angegeben.
▶ Auch beim Thema Sicherheit punktet die Natrium-Batterie: Gegenüber Blei-Säure-Batterien soll die Gefahr durch Schwefelsäure, Korrosion und Knallgasbildung bei Überladung entfallen. Im Vergleich zu Lithium-Akkus droht kein thermisches Durchgehen („thermal runaway“). So wird die Brand-Kettenreaktion bezeichnet, bei der Akkus sich wieder selbst entzünden können und nur schwer zu löschen sind.
▶ Im Gegensatz zu Lithium-Batterien funktionieren die Natrium-Ionen-Batterien laut Hersteller in einem größeren Temperaturbereich (minus 40 bis plus 80 Grad Celsius) und sollen vor allem leistungsfähiger bei Kälte sein. Zudem seien für Natrium-Batterien weniger problematische Rohstoffe nötig als für die Lithium-Konkurrenten.
Die neuen Natrium-Batterien von Xupai werden mittlerweile in China in großen Stückzahlen produziert. Elektroautos der BAIC-Marke Arcfox (bisher nicht auf dem deutschen Markt) werden komplett mit Starterbatterien von Xupai ausgerüstet.
Preise für die neuen Batterien wurden noch nicht genannt. Sie sollen zwar günstiger als Lithium-Starterbatterien, aber teurer als Blei-Säure-Stromspeicher sein. Sollten die neuartigen Batterien in europäischen Automodellen eingesetzt werden, müssten sich Werkstätten auf die Technik einstellen. Dazu seien Änderungen an Batterie-Diagnosegeräten notwendig. Batterie-Ladegeräte müssten ebenfalls an die neue Akkuchemie angepasst werden. Ob die Technik die klassische Starterbatterie verdrängt, hängt laut Experten von Preisen, Marktstandards und Gesetzgebung ab. Alle Infos rund um modernste Akku-Technik finden Sie bei AUTO BILD.
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