Nach 155 Jahren! - Deutsche Post legt Traditionsnamen ab
Frankfurt am Main – Zwei Worte, die Generationen kannten. Nach 155 Jahren wird die Bezeichnung „Deutsche Post“ aus dem Konzernnamen gestrichen. Stattdessen gibt es jetzt nur drei Buchstaben: Seit dem 1. September heißt das Unternehmen DHL – benannt nach den Gründern des amerikanischen Paketunternehmens, das 2002 übernommen wurde.
Die Deutsche Post , hoppla, DHL stellt sich neu auf. Der frühere Staatsbetrieb habe sich, so heißt es, zu einem weltweit tätigen Logistikkonzern gewandelt. Der Name „Post“ entspreche dieser Struktur nicht mehr.
Ab jetzt bringt man seine Liebesbriefe, Postkarten, Geburtstagsschreiben, Bewerbungsmappen, Pakete nicht mehr zur Post, sondern zu DHL. Zu Dalsey, Hillblom und Lynn. So heißen Adrian, Larry und Robert mit Nachnamen und haben DHL 1969 in San Francisco gegründet. Erst ein reiner Dokumentendienst wuchs das Unternehmen zu einem internationalen Express- und Logistikunternehmen. 1998 stieg die Deutsche Post ein, 2002 übernahm sie das Unternehmen vollständig.
Mehr als 180.000 Beschäftigte wechseln in die neue Struktur. 37 Mio. Euro kostet die Umbenennung. Die Geschichte der Deutschen Post reicht zurück ins Jahr 1871. Bei der Gründung Deutschlands wollte man eine einheitliche Postverwaltung. Bis 1945 blieb der Name Deutsche Reichs-Post. Bis 1994 Deutsche Bundes-Post, seit 1995 Deutsche Post. Aus dem Telefongeschäfts-Teil wurde die Deutsche Telekom .
Das Streichen der Nation aus dem Konzernnamen erinnert ein wenig an die Deutsche Nationalmannschaft, aus der 2015 „Die Mannschaft“ wurde. Nach jahrelanger Kritik erhielt die Deutsche Nationalmannschaft 2022 wieder ihren ursprünglichen Namen.
In anderen europäischen Staaten behält die Post ihren nationalen Namen: Poste Italiane, La Poste Suisse, Poczta Polska, Österreichische Post. Warum? Vertrauen! So wird die Post weiterhin als Teil der grundlegenden Infrastruktur eines Landes wahrgenommen, auch wenn wie in Italien oder Österreich die Unternehmen teilprivatisiert wurden.
Völlig verschwinden soll der Traditionsname „Deutsche Post“ nicht. Das Deutschlandgeschäft mit Briefen wurde in eine neu gegründete Tochterfirma ausgelagert, die den Namen „Deutsche Post“ weiter tragen soll.
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