Unsere eingebürgerte Basketballerin - Peterson: „Weiß nicht, wie DBB auf mich gekommen ist“
Sie hat keine deutschen Vorfahren, hat nie in Deutschland gespielt. Trotzdem läuft Alexis Peterson (31) für die deutsche Basketball-Nationalmannschaft der Frauen auf. Eine Regelung des Weltverbandes Fiba macht es möglich. So darf jede Nation einen Spieler (oder eine Spielerin) im Kader haben, der eingebürgert wurde, ohne einen Bezug zum Land zu haben.
Bei der aktuellen Weltmeisterschaft in Berlin sind das zum Beispiel die gebürtigen US-Amerikanerinnen Megan Gustafson (29/spielt jetzt für Spanien), Kennedy Burke (29/Türkei), Yvonne Turner (38/Ungarn) und eben Alexis Peterson.
Unsere Aufbauspielerin wurde in Columbus im US-Bundesstaat Ohio geboren, verbrachte ihre College-Zeit an der Syracuse University. Ihre erste Profi-Station im Ausland war der israelische Klub Hapoel Petach Tikwah. Auch in Polen, Frankreich und der Türkei hat sie gespielt. Aktuell steht sie in Valencia in Spanien unter Vertrag.
Peterson zu BILD: „Der Deutsche Basketball Bund hat mich 2023 kontaktiert, ob ich mir vorstellen könnte, für Deutschland aufzulaufen. Ich habe keine Ahnung, wie sie auf mich gekommen sind. Aber Gott hat mir den Weg aufgezeigt und hier bin ich. Ich habe die Entscheidung nie bereut.“
2023 spielte sie bei Frankreich-Klub Basket Landes, war dort Mitspielerin von Luisa Geiselsöder (26), mit der sie auch heute in der deutschen Nationalmannschaft aufläuft.
Zu der Zeit schauten sich DBB und die damalige Bundestrainerin Lisa Thomaidis (54) gezielt im Ausland nach einer Aufbauspielerin um. Die Position galt vor dem Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele 2024 als Schwachstelle im deutschen Team.
Die Einbürgerung von Peterson erfolgte durch ein beschleunigtes Verfahren (besonderes öffentliches Interesse). Schon beim Quali-Turnier in Brasilien war sie dabei, half der deutschen Nationalmannschaft auf dem Sprung zu Olympia. Dort war im Viertelfinale gegen Gastgeber Frankreich Schluss.
Jenes Frankreich, das am heutigen Samstag (16.30 Uhr, MagentaSport und ProSieben live) im Halbfinale der Heim-WM wartet. Peterson: „Das wird ein harter Kampf, aber wir wollen unsere Chance nutzen.“
Wichtig dabei, dass sie auch wieder bei vollen Kräften ist. Das Vorrunden-Spiel gegen Japan (74:58) hatte sie wegen einer Lebensmittelvergiftung verpasst: „Mir geht es wieder gut, aber ich muss noch ein bisschen aufpassen mit dem, was ich esse.“
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