Nach Flutkatastrophe in Nepal - Retter suchen in Tunneln nach 350 Bauarbeitern
Kathmandu (Nepal) – Verzweifelter Kampf gegen die Zeit: Nach der Flutkatastrophe vom Mittwoch werden 639 Bauarbeiter vermisst, die am Wasserkraftwerk Trishuli beschäftigt waren – zuvor waren es noch 933. Die Regierung vermutet, dass rund 350 von ihnen seit Mittwoch in einem Tunnel eingeschlossen sind.
Einsatzkräfte des Militärs arbeiten seit Tagen fieberhaft am Standort des Kraftwerks Trishuli. Das Gelände ist nach der Katastrophe völlig verwüstet.
Am Samstag bohrten sich die Rettungskräfte bis zum oberen Teil des verschütteten Tunnels durch. Es wurde Luft hineingepumpt und Kameras hinabgelassen. Offenbar war aber niemand zu sehen. Am Sonntagnachmittag seilten sich dann Einsatzkräfte in das Loch ab. Sie riefen nach den Überlebenden, aber niemand antwortete.
Jetzt soll die Stelle durch Sprengungen und schwere Maschinen erweitert werden. Dann wollen Einsatzkräfte mit Sauerstoffgeräten in den Tunnel einsteigen und nach den vermissten Arbeitern suchen. Wenn es Überlebende gibt, sind sie seit sechs Tagen eingeschlossen.
Die Rettungsarbeiten finden unter erschwerten Bedingungen statt. Schwere Regenfälle und steigende Flusspegel gefährden die Retter. Die Behörden warnten die Bevölkerung vor einer neuen Flut. Anwohner in den Flutgebieten sollen in erhöhter Alarmbereitschaft bleiben. Zuvor hatte China Nepal vor steigenden Wasserzuflüssen gewarnt. Ein See, der sich aufgestaut hatte , sei laut den Chinesen inzwischen leer. Doch in einem Krater haben sich 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser (1,4 Milliarden Liter) angestaut, die den Behörden Sorge bereiten.
Noch immer werden mehr als 3500 Menschen in Nepal und China vermisst. Die Zahl der geborgenen Toten stieg auf mehr als 950. Die ersten Opfer wurden bereits beerdigt. Zuvor wurden DNA‑Proben zur späteren Identifizierung genommen. Später sollen die Angehörigen ihre Toten exhumieren und verbrennen dürfen – die Feuerbestattung ist die traditionelle Beerdigung in dem hinduistischen Land.
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