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Wie meint Zverev das denn? - „Mein Bruder ist ein Arschloch“

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Wie meint Zverev das denn? - „Mein Bruder ist ein Arschloch“

„Der Nachteil ist, dass mein Bruder ein Arschloch ist. Er hört nicht einmal zu, was ich sage“, lacht Alexander Zverev (29). Jeder weiß, dass er diese Aussage scherzhaft meint. Kein Blatt passt zwischen ihn und Bruder Mischa (39), einst selbst erfolgreicher Tennisprofi. Der ist bei den US Open , die am Sonntag beginnen, mit im Raum, als sein kleiner Bruder diese Sätze sagt, bleibt cool und zuckt nur mit den Schultern. Er ist den Humor von Alexander, den auch er nur Sascha nennt, gewohnt.

Welche Vorteile und Nachteile es habe, dass der eigene Bruder, mit dem man aufwächst, ein guter Tennisspieler ist, lautete die Frage. Ernsthaft sagt die Nummer 2 der Welt dann: „Es gibt kaum Nachteile. Zum Glück liegen zehn Jahre zwischen ihm und mir, daher gab es nie wirklich eine Rivalität zwischen uns. Er wollte immer nur das Beste für mich, und ich wollte das Beste für ihn.“

Und es hat positive Auswirkungen bis heute. Gegen Linkshänder verliert Alexander kaum ein Match, weil Mischa Linkshänder ist und er sein Leben lang mit ihm trainiert. „Schon als ich ihn in jungen Jahren zu Turnieren begleitete, hat er mit mir trainiert, was unglaublich toll von ihm war. Ich konnte die Tour schon sehr früh miterleben, noch bevor ich selbst dort spielte. Das war eine riesige Hilfe und ein wichtiger Schritt“, sagt der French-Open-Sieger.

Bis heute, da Mischa Alexanders Manager ist, sehen sich beide ständig und arbeiten eng zusammen. „Meinen Bruder halte ich für einen ziemlich klugen Kopf. Das sieht man an den Dingen, die er nach dem Ende seiner aktiven Tenniskarriere angepackt hat“, so der Olympiasieger von 2021.

Und: „Ich halte meine Familienmitglieder für ziemlich klug“, lobt Zverev und nennt seinen Vater als leuchtendes Beispiel. „Mein Papa ist sehr besonnen in dem, was er tut. Er versteht, dass man die Rolle als Trainer manchmal von der als Vater trennen muss. Bei Turnieren ist er einfach nur mein Trainer, was ich sehr hilfreich finde. Ich weiß, dass es auch verrückte Tenniseltern gibt. Das ist dann natürlich nicht hilfreich, wenn man versucht, jeden Aspekt im Leben seines Kindes zu kontrollieren, selbst wenn es schon 25, 26 oder 27 Jahre alt ist, ein Privatleben hat und Dinge außerhalb des Tennisplatzes erlebt.“

Worauf er sich verlassen kann und was noch wichtiger ist als gutes Training: Dass die Lieben hinter einem stehen in schweren Zeiten. So wie nach seinem Unfall im Halbfinale der French Open 2022 gegen Rafael Nadal (40), als er umknickte und ein halbes Jahr ausfiel. „2022 gab es viele Ungewissheiten. Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass auch sie Zweifel hatten, ob ich jemals wieder dieses Niveau erreichen würde. Niemand konnte das mit Sicherheit wissen. Aber sie haben es mich nie spüren lassen. Sie haben nie mit mir darüber gesprochen“, erinnert sich der Hamburger.

Wie hat die Familie ihm dann Mut gemacht? „In den Gesprächen ging es immer um andere Dinge: Wenn du zurückkommst, können wir dies und jenes verbessern, und du wirst der Beste sein. Oder: Du kannst dieses Niveau wieder erreichen. Oder: Du kannst solche Turniere gewinnen.

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