Expertin erklärt - Der einfache Unterschied zwischen Krebs und Krabbe
Am Strand läuft ein Tier mit Scheren seitwärts über den Sand. Ist das nun eine Krabbe oder ein Krebs? Die Antwort ist einfacher als gedacht: Jede Krabbe ist ein Krebs, aber nicht jeder Krebs ist eine Krabbe. Die promovierte Biologin Dr. Saskia Schneider erklärt den Unterschied.
In der Biologie bilden die Krebstiere, auch Crustacea genannt, eine riesige Tiergruppe mit mehr als 45.000 Arten, schreibt PETBOOK . Dazu gehören nicht nur Flusskrebse und Hummer, sondern auch Garnelen, Asseln und Krabben. Viele bekannte Vertreter zählen zu den Zehnfußkrebsen. Ihren Namen verdanken sie ihren fünf Beinpaaren. Zu dieser Gruppe gehören etwa Hummer, Langusten, Flusskrebse und Krabben.
Krabben unterscheiden sich vor allem durch ihren Körperbau von anderen Krebsen. Während Hummer, Garnelen und Flusskrebse eher länglich sind, besitzen Krabben einen breiten und abgeflachten Körper.
Ihr kurzer Hinterleib ist nach vorn unter den Körper geklappt und von oben kaum zu sehen. Zudem haben Krabben kurze Antennen und meist keine ausgeprägten Schwimmbeine. Viele Arten haben ihre Fähigkeit zu schwimmen im Laufe der Evolution verloren. Dafür bewegen sie sich geschickt seitwärts, klettern über Felsen und suchen auch in trockengefallenen Strandbereichen nach Nahrung. Eine Ausnahme bilden die Schwimmkrabben. Bei ihnen sind die Hinterbeine zu paddelartigen Schwimmorganen umgebildet.
Der typische Körperbau einer Krabbe entstand im Laufe der Evolution offenbar mehrfach. Fachleute nennen diesen Vorgang „Verkrabbung“ oder „Karzinisierung“.
Deshalb sehen manche Tiere wie Krabben aus, obwohl sie nicht zu den „Echten Krabben“ gehören. Dazu zählen etwa Königskrabben, Porzellankrebse und der Palmendieb. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen entwickelte sich die typische Krabbenform innerhalb der Krebstiere vermutlich mindestens fünfmal unabhängig voneinander.
Für zusätzliche Verwirrung sorgt die Alltagssprache. In Norddeutschland werden Garnelen häufig als Krabben bezeichnet. Die bekannten Nordseekrabben sind biologisch jedoch Garnelen und besitzen nicht den breiten, abgeflachten Körper einer echten Krabbe.
Die einfache Merkhilfe lautet deshalb: Krabben gehören zu den Krebsen. Ob ein Krebs eine Krabbe ist, erkennt man vor allem an seinem breiten Körper und dem unter den Körper geklappten Hinterleib.
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