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Normales Verhalten? - Darum starren Katzen minutenlang die Wand an

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Normales Verhalten? - Darum starren Katzen minutenlang die Wand an

Viele Katzenhalter kennen das Phänomen, dass die Katze regungslos dasitzt und minutenlang auf eine Wand starrt. Was für Menschen rätselhaft wirkt, hat oft eine ganz einfache Erklärung. Nur in einigen Fällen können gesundheitliche Probleme dahinterstecken.

Katzen verfügen über außergewöhnlich scharfe Sinne. Sie erkennen kleinste Bewegungen, Lichtreflexe oder Staubpartikel, die Menschen meist entgehen. Auch wandernde Schatten können ihre Aufmerksamkeit fesseln, schreibt PETBOOK (gehört ebenfalls zu Axel Springer). Hinzu kommt ihr feines Gehör: Geräusche aus Leitungen oder das Kratzen eines Insekts in der Wand können ausreichen, damit eine Katze lange einen bestimmten Punkt fixiert.

In den meisten Fällen ist das Verhalten harmlos. Starrt eine Katze jedoch auffällig häufig auf Wände und wirkt dabei verwirrt, unruhig oder apathisch, kann das auf eine Erkrankung hindeuten. Neurologische Störungen wie das seltene Feline Hyperästhesie-Syndrom, eine Nervenerkrankung, bei der Katzen überempfindlich auf Reize reagieren, können eine übersteigerte Wahrnehmung auslösen. Auch kleine epileptische Anfälle können dazu führen, dass die Katze starr einen Punkt fixiert, zittert oder immer gleiche Bewegungen zeigt.

Ältere Katzen können unter einer kognitiven Dysfunktion leiden, die der Alzheimer-Erkrankung beim Menschen ähnelt. Betroffene Tiere wirken häufig desorientiert, miauen ohne erkennbaren Grund oder finden gewohnte Orte wie das Katzenklo nicht mehr.

Auch Seh- oder Hörprobleme können eine Rolle spielen. Altersbedingte Veränderungen, Entzündungen oder Erkrankungen der Augen können dazu führen, dass Lichtreflexe und Schatten anders wahrgenommen werden. Hörstörungen können ebenfalls bewirken, dass eine Katze Geräusche nicht richtig einordnen kann und deshalb lange in eine Richtung blickt.

Katzen verbringen viel Zeit damit, ihre Umgebung zu beobachten. Das Anstarren einer Wand kann daher auch ein Moment der Ruhe und Konzentration sein. Manche Halter vermuten zudem eine Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Feldern, wissenschaftlich belegt ist diese Annahme jedoch nicht.

Das Verhalten ist meist völlig normal. Wirkt die Katze dabei jedoch krank, ängstlich oder orientierungslos, sollte sie tierärztlich untersucht werden.

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