Filmfestival von Venedig: Goldener Löwe geht an Regisseurin May el-Toukhy für „Woman Unknown“
Der Film „Woman Unknown“ der dänisch-ägyptischen Regisseurin May el-Toukhy ist beim Festival von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden.
Die Gaza-Dokumentation „Naza“ mit dem Spezialpreis der Jury wurde bei der Gala im Lido am Samstagabend mit dem Spezialpreis der Jury geehrt.
Drei weitere Preise des Festivals gingen an Filme, die vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) geförderte wurden. „Woman Unknown“ war der einzige Beitrag, bei dem eine Frau alleine Regie geführt hatte.
Als El-Toukhy am Samstagabend den Preis am Lido entgegennahm, bedankte sie sich bei Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal dafür, dass sie „ihre Stimme erhoben und die mangelnde Chancengleichheit für Regisseurinnen in unserer Branche“ thematisiert habe. „Woman Unknown“ erzählt die Geschichte einer Hausangestellten kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Dänemark.
Die junge Frau steht vor einer Hochzeit mit dem reichen Witwer, für den sie arbeitet, doch ihre Affäre mit einem deutschen Soldaten während des Kriegs droht, ihre Pläne zunichte zu machen.
Die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. „In 'Woman Unknown' geht es um den weiblichen Körper als Schlachtfeld und als Thema von öffentlichem Interesse.
Gleichzeitig erzählt der Film die Geschichte unsichtbarer, ignorierter und stimmloser Frauen “, sagte el-Toukhy bei der Preisverleihung.
Jury-Präsidentin Gyllenhaal sagte, für Frauen sei es „viel schwieriger“, eine Finanzierung für ihre Filme zu bekommen.
Bei der Abschlusspressekonferenz wollte sie auf diesen Aspekt nicht noch einmal eingehen: „Ich bin es leid, wieder und wieder über dieses Thema zu sprechen“, sagte sie. „Ich möchte einfach einen brillant gemachten Film feiern, der sich für mich wie ein Laserstrahl anfühlte.“ „Woman Unknown“ war anfangs der einzige Film einer Frau unter den zunächst 20 Wettbewerbsfilmen.
Die nachträgliche Aufnahme der Gaza-Dokumentation „Naza“ verbesserte das Geschlechterverhältnis nur geringfügig, die israelische Filmemacherin Rachel Szor führte bei dem Film gemeinsam mit ihrem Kollegen Yuval Abraham Regie. „Naza“ hatte bei seiner Premiere in Venedig mit 25 Minuten andauernden stehenden Ovationen wohl einen Rekord aufgestellt und wurde auch von Kritikern hoch gelobt.
In der Dokumentation berichten israelische Militärvertreter und Geheimdienstler anonym, wie die israelische Armee im Gazastreifen palästinensische Zivilisten tötete.
Abraham und Szor waren auch an dem Dokumentarfilm „No Other Land“ über den Konflikt zwischen Palästinenser und Israelis im Westjordanland beteiligt, der 2025 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.
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