Rücktritt: Ein Bischof, der Veränderung wollte
Diakonat für Frauen, Priestertum für Verheiratete, Aufarbeitung des Missbrauchs: Karl-Heinz Wiesemann scheute Unbequemes nicht.
Sein Amtsverständnis war geprägt von Reformwillen und Menschlichkeit.
Er wollte nicht bloß verwalten.
Der zurückgetretene Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann, gehörte zu jenen Oberhirten der katholischen Kirche, die Veränderung nicht als Bedrohung, sondern als notwendige Antwort auf eine sich wandelnde Gesellschaft verstehen.
Der 66-Jährige warb immer wieder für Reformen, mahnte seine Kirche zu mehr Glaubwürdigkeit und stellte sich auch unbequemen Fragen.
Dabei ging es ihm nicht nur um Strukturen, sondern um die Menschen, die hinter ihnen stehen.
Reformen für mehr Glaubwürdigkeit Deutlich wurde das bei der Frage nach dem Diakonat für Frauen .
Die theologischen Argumente gegen einen solchen Schritt seien „schon sehr schmal“, sagte der 1.
August 1960 in Herford in Nordrhein-Westfalen geborene Wiesemann einmal der Deutschen Presse-Agentur.
Die Kirche verliere „ganze Generationen“ junger, engagierter und theologisch kompetenter Frauen.
Reformen seien für ihn kein bloßes Nachgeben gegenüber dem Zeitgeist.
Es gehe vielmehr um Glaubwürdigkeit.
Auch beim Zölibat zeigte sich der am 2.
März 2008 ins Amt eingeführte Wiesemann offen für Veränderungen: Ehelosigkeit könne ein hohes Gut sein, müsse aber nicht zwingend für alle gelten.
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