Zinserhöhung: Und als nach Trump gefragt wird, muss der Fed-Chef lachen
Die US-Notenbank Fed reagiert auf die hohen Preise für US-Bürger – gegen den Willen von Präsident Donald Trump.
Fed-Chef Kevin Warsh zeigt sich unbeeindruckt.
Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat den Leitzins erstmals seit gut drei Jahren erhöht – und Präsident Donald Trump damit eine Niederlage zugefügt.
Die Fed hob den maßgeblichen Zinssatz am Mittwoch um 0,25 Prozentpunkte an, er liegt nun in einer Spanne zwischen 3,75 bis 4,0 Prozent.
Trump reagierte ungehalten und forderte erneut einen Zinsschnitt – „und zwar schnell!“ Es ist die erste Leitzinserhöhung in den USA seit Juli 2023, die Entscheidung der zwölf zuständigen Fed-Mitglieder fiel einstimmig. „Die Inflation ist zu hoch, und das schon viel zu lange“, sagte Notenbank-Chef Kevin Warsh zur Begründung.
Trump hatte seinen Vertrauten Warsh im Mai an die Spitze der Zentralbank gesetzt, damit dieser für die erwünschten Niedrigzinsen sorgt, die etwa Immobilienkredite billiger machen würden.
Der von Trump vor gut sechs Monaten mit ausgelöste Iran-Krieg treibt allerdings massiv die Energiepreise und somit auch die Inflation.
Ungeachtet dessen schrieb der Präsident am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social, die Zinssätze in den USA sollten „bei einem Prozent oder weniger liegen“.
Donald Trump hatte die Unabhängigkeit der Fed angegriffen Auf die Frage nach seiner Botschaft an Trump reagierte Warsh vor Journalisten mit einem Lachen – und dem Hinweis, er könne dazu nichts sagen.
Er habe aber eine Botschaft an die US-Bürgerinnen und -Bürger: „Die am wenigsten Wohlhabenden profitieren am meisten von stabilen Preisen“, sagte der 56-Jährige. „Unsere heutige Entscheidung war die Richtige.“ Warsh führte aus, der Verbraucherpreisanstieg in den USA liege nun bereits „seit mehr als fünf Jahren“ über der Zielmarke von 2,0 Prozent.
Im Juli und August lag die Inflationsrate bei 3,4 Prozent.
Der Arbeitsmarkt sei dagegen stabil.
Anders als etwa die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main hat die Fed ein doppeltes Mandat: für stabile Preise und einen robusten Arbeitsmarkt zu sorgen.
Trump hatte der Fed kürzlich gedroht: „Senkt den Zins, oder ich werde aufhören, mit Ländern zu handeln, mit denen wir ein Defizit haben.“ Ein solches Handelsbilanzdefizit besteht etwa mit Deutschland oder der Schweiz, die USA importieren aus beiden Ländern deutlich mehr als sie dorthin exportieren.
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