Arzt angeklagt: Anästhesist nach Tod von Mädchen erneut vor Gericht
Warum spritzte der Anästhesist verunreinigtes Propofol? Die Staatsanwältin spricht von bewussten Fehlern, doch das Motiv bleibt rätselhaft.
Zum Auftakt des erneuten Prozesses gegen einen Anästhesisten nach dem Tod eines kleinen Mädchens sind die ursprüngliche Anklage und das Urteil der ersten Instanz verlesen worden. „Wir werfen ihm vor, bewusst schwere Behandlungsfehler begangen zu haben“, sagte die Staatsanwältin am Rande des Prozesses.
Das Motiv hierfür sei unklar.
Vor dem Frankfurter Landgericht sollen in der Neuauflage des Verfahrens unter anderem die Großmutter und die Mutter des verstorbenen vierjährigen Mädchens vernommen werden.
Nach Angaben des Rechtsanwalts des Angeklagten ist noch unklar, ob dieser sich zu den Vorwürfen äußern wird.
Der heute 69-jährige Deutsche hatte im Jahr 2021 vier Kindern in einer Zahnarztpraxis in Kronberg im Taunus verunreinigtes Propofol gespritzt.
Eines von ihnen starb, zwei weitere überlebten nur knapp.
In erster Instanz wurde er unter anderem wegen Totschlags zu zehneinhalb Jahren Haft verurteilt.
Nach der erfolgreichen Revision der Anklagebehörde muss das Gericht nun prüfen, ob Mordmerkmale vorliegen.
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