Laut Studien - So viel Vollkorn am Tag ist für die Gesundheit gut
Wer morgens Haferflocken isst oder beim Abendbrot zu Vollkornbrot greift, muss offenbar keine besonders großen Mengen verzehren, um gesund zu bleiben. Bereits 60 bis 100 Gramm Vollkorn pro Tag waren in einer großen Auswertung mit den deutlichsten Verbesserungen bei wichtigen Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes verbunden. Das entspricht etwa 115 bis 190 Gramm zubereiteten Vollkornprodukten, also rund vier bis sechs Scheiben Vollkornbrot oder vergleichbaren Portionen Haferflocken.
Zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Forschungsteam unter Federführung der Tabriz University of Medical Sciences. Die Wissenschaftler werteten 87 Studien mit insgesamt rund 6500 Erwachsenen aus.
Die Analyse deutet darauf hin, dass ein höherer Vollkornverzehr mit kleinen, aber messbaren Verbesserungen verschiedener Gesundheitswerte verbunden ist. Pro zusätzliche 48 Gramm Vollkorn täglich sank das Körpergewicht im Durchschnitt um 0,2 Kilogramm, der Taillenumfang um 0,22 Zentimeter.
Auch die Blutfettwerte verbesserten sich. Das sogenannte „schlechte“ LDL-Cholesterin sank ebenso wie andere Blutfette. Auch der obere Blutdruckwert ging leicht zurück. Die deutlichsten Verbesserungen zeigten sich je nach Gesundheitswert bei unterschiedlichen Mengen: Beim Cholesterin waren es rund 80 Gramm Vollkorn am Tag, beim Blutdruck etwa 60 Gramm.
Beim Nüchternblutzucker (Wert, der nach mehreren Stunden ohne Essen gemessen wird) und dem Entzündungsmarker Interleukin-6 (ein Blutwert, der Hinweise auf Entzündungsprozesse im Körper geben kann) fanden die Forscher auch messbare Veränderungen. Beim Nüchterninsulin zeigte sich dagegen kein klarer Effekt. Das HDL-Cholesterin, also das „gute Cholesterin“, veränderte sich bei üblichen Mengen kaum und stieg erst ab rund 220 Gramm Vollkorn täglich deutlicher an.
Auch die Getreidearten zeigten unterschiedliche Schwerpunkte: Hafer war besonders mit besseren Blutfett- und Cholesterinwerten verbunden, Naturreis mit günstigeren Blutfett- und Entzündungswerten. Roggen war am stärksten mit einer Verringerung der Körperfettmasse verknüpft.
Die Studien dauerten zwischen zwei Wochen und zwei Jahren, im Durchschnitt jedoch nur acht Wochen. Zudem werteten viele Untersuchungen nur Teilnehmer aus, die sich strikt an die Ernährungsvorgaben hielten. Ein Teil der Vorteile dürfte außerdem daher kommen, dass Vollkorn oft Weißmehlprodukte ersetzt. Wie belastbar die Ergebnisse sind, unterscheidet sich je nach Gesundheitswert.
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