Klimaresilienz: Brennende Sorge
Meine Großmutter hat auf ihrem Hof im Emsland noch mit Torf geheizt, mit getrockneten Soden aus dem Moor. Ich habe für sie in den Schulferien Torfbriketts für den Winter gestapelt. Sie brennen gut.
Mehr als fünfzig Jahre später brennt zwischen Belgien und Deutschland das Hohe Venn . Hohes Venn, das heißt übersetzt: Hochmoor. Der größte Teil des ursprünglich triefnassen Gebietes ist heute ausgetrocknet. Unter der dünnen Vegetationsschicht liegt oft dürrer Torf.
Die Hälfte der Moore in Europa wurde trockengelegt und ausgebeutet. Meine Großmutter feierte den »Emslandplan« und mit ihm den Tiefpflug, den Politiker schickten, um den Morast rund um ihren Hof in Weide- und Ackerland zu verwandeln: weniger Mücken und Kreuzottern, mehr Milch und Kartoffeln. Auch das Hohe Venn haben Menschen bewirtschaftet – sie haben Torf geerntet, Fichten gepflanzt und den Rest unbedacht zu Brennstoff trocknen lassen.
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