"HeidiFest by Heidi Klum": Heidiluja! Horny im Münchner Hofbräuhaus
Naomi Campbell legt auf, Katja Ebstein singt live und Heidi Klum tanzt sich durch ihre Jugend: Das "HeidiFest" ist eine wilde Mischung aus ZDF-Hitparade, Neunziger-Dorfdisco und Familientreffen mit 900 Gästen. Natürlich könnte man sich darüber herrlich aufregen. Man könnte aber auch einfach mal zwei Stunden Party machen, auch wenn die Tante aus’m Heim ein bisschen peinlich ist.
Stellen Sie sich vor, Sie wollen sich mit Ihren Freunden mal wieder ins nächtliche Getümmel werfen, aber leider machen Sie grad Urlaub in einem abgeschiedenen Dörfchen in der Eifel oder noch verschlafener - in München - und plötzlich landen Sie in der örtlichen Dorfdisco, wo die Dorfjugend gerade vollkommen enthemmt zu "Cotton Eye Joe" abgeht. Wenig später dröhnt "Rhythm Is a Dancer" aus den Boxen und Sie hören ganz plötzlich all die Songs aus Ihrer Jugend, von denen Sie noch bis vor zehn Sekunden dachten, sie seit mindestens dreißig Jahren vergessen zu haben. Hat man aber nicht, es ist wie Fahrradfahren.
Ungefähr so muss man sich das "HeidiFest" vorstellen, nur dass die Dorfdisco das Münchner Hofbräuhaus ist, rund 900 Gäste darin sitzen und zwischen (zu engen) Lederhosen, Dirndl und Maßkrügen derart viele bekannte Gesichter auftauchen, dass man in den ersten Minuten überhaupt nicht weiß, wo man hinschauen soll. Totale Reizüberflutung. Sind die wirklich alle da? Oder ist man durch irgendwelche Partydrogen vielleicht gerade im DeLorean unterwegs, zurück in die Zukunft.
Da sitzt Anna Ermakova, die halbe "Let’s Dance"-Familie schunkelt mit, Kamera auf Nadja Auermann, oh, wow, Heidis Sohn Henry ist ja groß geworden! Mama Erna ist mit von der Partie und Tom Kaulitz kümmert sich wirklich gut um seine Maß Bier. Heidi trägt ein weißes Dirndl, in dem sie ein bisschen aussieht wie die Braut ihrer eigenen Veranstaltung. Sie strahlt, schlägt das Fass an und eröffnet damit einen Abend, der in den folgenden zwei Stunden ungefähr wie eine Party wirkt, auf der der besoffene DJ nach Mitternacht endlich mal das spielt, was das eigene Herz höherschlagen lässt: Schlager, Eurodance, Pop, alles querbeet.
Singen die Acts live? Sagen wir mal so: Es gab schon weitaus schlimmere Playbacks. Heidi selbst hatte übrigens angekündigt, spontaner moderieren zu wollen. Bei einer so großen Veranstaltung durchaus ein ambitioniertes Vorhaben. Ja, manchmal schaut sie in die falsche Kamera oder verpasst ihren Einsatz, aber daraus kann man ihr wahrlich keinen Vorwurf machen, und hey, das soll kein Vergleich sein, aber Dieter Thomas Heck hatte schließlich jahrzehntelang eine Fernsehkarriere im Wesentlichen auch dadurch, dass er Leute ansagte, die anschließend Playback trällerten.
Das "HeidiFest" ist, nüchtern betrachtet, eine merkwürdige Mischung aus ZDF-Hitparade, "Top of the Pops" und jener Dorfdisco, in die man eigentlich nur kurz mitkommen wollte und in der man zwei Stunden und drei Bier später auf den Boxen tanzt.
Auch Markus (Mörl) gibt Gas und hat Spaß.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.n-tv.de — der Inhalt gehört n-tv.