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Kultur

Meinung : Vielleicht lieber nur noch Selfies posten, Shirin David?

Stern ·
Meinung : Vielleicht lieber nur noch Selfies posten, Shirin David?

Rapperin Shirin David beschwert sich öffentlich darüber, in ihrer Netflix-Dokumentation schlecht weggekommen zu sein.

Aber: Ist das nicht der Preis, den jeder für Berühmtheit zahlt? Bei einer Fragerunde auf Instagram zieht Shirin David ein bitteres Fazit zu ihrer Netflix-Dokumentation „Barbara – Becoming Shirin David“, die Anfang des Jahres erschien.

Das dort gezeichnete Bild sei „vollkommen an den Haaren herbeigezogen“, es sei dem Streaminganbieter am Ende nur noch darum gegangen, „die Leidensgeschichte einer angeblich völlig überforderten Frau darzustellen“.

Sie sei müde von den immer gleichen Erzählungen, die über erfolgreiche Frauen kursierten, sagt David.

Gerade, weil Männer schon für die Hälfte der Leistungen gefeiert würden.

Shirin David, die ewige Perfektionistin? Diese Kritik ist nicht bloß deshalb irritierend, weil man sich fragen muss, wie viele Musiker es in Deutschland gibt, die wie sie eine eigene Netflix-Dokumentation bekommen haben (bloß Haftbefehl), sondern auch: Ist es nicht die Bedingung von Fame, dass man für alle Vorteile, die damit verknüpft sind, auch in Kauf nimmt, dass man nicht jeder Geschichte, die über das eigene Leben erzählt wird, zustimmt? Die Dokumentation begleitet die Rapperin, die bürgerlich Barbara Shirin Davidavičius heißt, bei der Vorbereitung auf ihre „Schlau, aber blond“-Tour.

Neben Proben, Rumsitzen in Backstagebereichen und Auftritten zeigt der Film sie auch bei ihrer Mutter in Litauen, um zu erzählen, wie aus der Oboe, Geige und Klavier spielenden Barbara die Rapperin Shirin David wurde.

In zahlreichen Szenen fragt sie sich, ob sie nicht vielleicht in Therapie gehen sollte.

Letztlich beobachtet der Zuschauer sie aber vorrangig beim Ringen mit dem eigenen Perfektionismus. „Du willst einen Body?“, fragt sie in ihrem Song „Bauch, Beine, Po“.

Und antwortet: „Dann musst du pushen.“ Dieses Mindset transportiert nicht bloß der Film, für die Rapperin scheint es auch zu funktionieren: Shirin David hatte bislang sieben Nummer-eins-Singles, einen eigenen Eistee, sie war Jurorin bei „The Voice of Germany“, ist auch sonst gern gesehene Gästin in Fernsehshows, besonders legendär ihr Auftritt bei „Wetten, dass..?“, bei dem sie Thomas Gottschalk Kontra gab und dafür gefeiert wurde.

Sie spielt Riesenkonzerte, und getoppt wurde das alles natürlich mit der eigenen Netflix-Dokumentation.

Die wurde ambivalent rezipiert.

Neben wohlwollenden Kritiken gab es nicht wenige, die in der Dokumentation einen Imagefilm sahen, der zwar vorgibt, persönliche Einblicke zu bieten, sich bisweilen aber anfühlte, als wäre hinter der Fassade bloß eine weitere Fassade.

Die gezeigte Verletzlichkeit wirke bisweilen wie eine „perfekt verpackte Stärke“, wie beispielsweise der SRF schrieb.

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5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.stern.de — der Inhalt gehört Stern.

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