Der Aufreger des Spieltags - Das steckt hinter dem Zoff-Jubel
Es war die Aufreger-Szene des Spiels. Beim 0:5-Debakel des HSV gegen Mainz traf ausgerechnet Ransford Königsdörffer (24) in der Nachspielzeit zum Endstand. Königsdörffer war im Sommer ablösefrei von Hamburg nach Mainz gewechselt – er jubelte nach seinem Tor ausgelassen, hielt lachend und provozierend die Hände hinter beide Ohren.
In seiner HSV-Zeit hatte Königsdörffer (kam im Sommer 2022 aus Dresden) oft einen schweren Stand bei vielen Fans, galt vergangene Spielzeit häufig als Sündenbock. Obwohl er mit seinen 14 Treffern in der Aufstiegssaison maßgeblichen Anteil an der Rückkehr in die 1. Liga hatte. Bei seiner Einwechslung in der 68. Minute gab es Pfiffe der HSV-Fans, die hatte der Spieler sogar erwartet – der Jubel von Königsdörffer sorgte dann für Aufregung auf den Rängen.
Kollege Phillip Tietz (29) erklärte, dass hinter Königsdörffer einige unschöne Tage lagen: „Ich kann Ransy verstehen. Was er für Nachrichten bekommen hat, das ist unter der Gürtellinie. Es tut mir für den Jungen extrem doll leid. Ich glaube, er hat nur die gemeint, die ihm solche Hassnachrichten geschickt haben. Er hat es weder zu den Ultras gemacht noch zur Vereinsführung. Es war aus Frust den Leuten gewidmet, die ihm diese - es tut mir leid - Scheißnachrichten geschickt haben. Das geht gar nicht. Und da verstehe ich ihn komplett.“
Hamburg-Kapitän Nicolai Remberg (26) ging nach dem Jubel zu seinem Kumpel, beließ es aber bei Worten: „Ich mag ihn unfassbar gern. Aber ich bin hier Kapitän. Wenn einer vor unseren Fans so jubelt, dann muss ich da hingehen. Das gehört sich nicht, das finde ich nicht korrekt. Und das habe ich ihm gesagt.“ Remberg weiß ebenfalls von den Botschaften gegen Königsdörffer, gerade in der vergangenen Saison. „Natürlich hat er hier viel abbekommen. Das hat man von außen gar nicht mitbekommen, wie schlimm die Beleidigungen gegen ihn waren. Aber so ein Jubel hat einen kleinen Beigeschmack.“
Auch im Internet schlägt der Jubel inzwischen große Wellen. Unter dem von DAZN geposteten Clip des Tores inklusive Jubel schrieb Ex‑Mainz- und Hamburg-Torwart René Adler (41): „Auspfeifen hin und her. Das macht man nicht! Was soll so ein Jubel? Egal was vorgefallen ist! Kann sein, dass ich da oldschool bin, aber ich habe auch gegen Ex-Vereine gespielt und da gab es immer Respekt von beiden Seiten.“
HSV-Coach Merlin Polzin (35) hingegen interessiert der Jubel herzlich wenig. „Ich glaube, wenn wir uns nach so einem Spiel und so einer Leistung jetzt an dem Thema irgendwie aufhalten würden, dann wäre es der falsche Ansatz.“ Er unterstellte dem Ex-Hamburger in jedem Fall „eine Entscheidung, die jetzt nicht böse von ihm gemeint war“.
Haben Sie Fehler entdeckt? Möchten Sie etwas kritisieren? Dann schreiben Sie uns gerne!
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.bild.de — der Inhalt gehört Bild.