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"Das macht man nicht!": Ein Schalker Junge auf der verzweifelten Suche nach der Wahrheit

n-tv ·
"Das macht man nicht!": Ein Schalker Junge auf der verzweifelten Suche nach der Wahrheit

"Ich stehe zu allem, was hier geschrieben steht. Und beharre dennoch nicht darauf, dass es die einzige Wahrheit ist. Der FC Schalke 04 ist zu groß für nur eine Wahrheit." Das sind die letzten Sätze des Vorworts des neuen Buchs "Schalke und ich - eine Liebesgeschichte" des ehemaligen Bundesligatorwarts Ralf Fährmann. Es scheint fast so, dass der gebürtige Chemnitzer (ehemals Karl-Marx-Stadt) geahnt haben mag, was da auf ihn nach der Veröffentlichung seiner Biografie zukommen könnte. Wohl auch deshalb haben Fährmann und sein Berater Stefan Backs, der das Buch geschrieben hat (!), bei dem Zitat, der dem Vorwort vorangestellt ist, ins oberste Regal gegriffen und den bekannten Philosophen Friedrich Nietzsche sprechen lassen: "Es gibt keine Fakten, nur Interpretationen."

Ob Ralf Fährmann und Stefan Backs allerdings tatsächlich genau diese Reaktionen auf das Buch erahnt (und möglicherweise sogar gewollt) haben, darf wenigstens bezweifelt werden. Schließlich lassen die ersten Worte des Werks eher vermuten, dass die beiden ganz offensichtlich genau diese negativen Reaktionen bereits befürchtet hatten und bewusst versuchen wollten, diese, mit den Mitteln einer gewissen prophylaktischen Wortakrobatik, in eine andere Richtung zu lenken. Doch das ist - nach einem Vorabdruck in der "Bild"-Zeitung - tatsächlich erst einmal komplett schiefgegangen.

Die Stimmung rund um die Person Ralf Fährmann ist gekippt. Und das nicht nur unter den Anhängern der Königsblauen. Dort aber in einer großen Anzahl. Und das ist eine echte Tragödie. Denn als Fährmann Schalke nach Auslaufen seines Vertrags unter schwierigen Bedingungen verließ, waren sich die Fans noch sicher und einig über ihren "Ralle" gewesen, wie die zahlreichen positiven Reaktionen auf sein Abschiedsvideo vor rund einem Jahr zeigten: "Absoluter Schalker Junge. War er immer und wird er immer bleiben." Das ist - Stand jetzt - bei einem großen Teil erst einmal Vergangenheit.

Ein Redakteur der Funke-Gruppe hat in seinem Text unter der Überschrift "Das war's, Ralf Fährmann! Jetzt hast du dir deinen Ruf endgültig kaputt gemacht" die Stimmungslage bei vielen königsblauen Anhängern ganz treffend mit diesen Sätzen zusammengefasst: "Er hatte die Chance, zur Vereinslegende zu werden. Diese Chance hatte er sich über Jahre erarbeitet. Doch mit seinem unsäglichen Nachkarten ist der Kuchen jetzt gegessen. Fährmann und Legende dürfen in keinem Satz mehr vorkommen. Denn Schalke ist mehr als ein Arbeitgeber. Das hat Fährmann selbst oft betont. Wer den S04 wirklich im Herzen trägt, sollte auch wissen, wann Schweigen besser wäre und Dinge ruhen sollten."

Und auch sein früherer Rivale auf dem Platz, der Ex-BVB-Spieler Kevin Großkreutz stimmte in den Chor derer ein, die Fährmanns schonungslose Berichte aus dem Inneren des Klubs kritisierte: "Was Trainer oder Mitspieler erzählen, dat plappert man nicht in die Öffentlichkeit weiter (außer es wurde vorher abgestimmt). Hat was mit Ehre zu tun." Und fügte dann noch an: "Das macht man nicht.

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