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„Er ist im Frieden mit sich gegangen“ - Richard David Precht trauert um seinen Vater (†93)

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„Er ist im Frieden mit sich gegangen“ - Richard David Precht trauert um seinen Vater (†93)

Berlin – Es waren viele Monate des Abschieds. Monate, in denen sein Vater immer mehr Erinnerungen verlor. Doch bis zuletzt konnte Richard David Precht (61) sich mit ihm unterhalten. Vergangene Woche ist Hans-Jürgen Precht im Alter von 93 Jahren gestorben. In seinem Podcast „Lanz + Precht“ erzählt der bekannte Philosoph im Gespräch mit Markus Lanz (57) nun von den letzten Monaten mit seinem Vater.

Dem Tod sei ein „sehr, sehr langer Sterbensprozess“ vorausgegangen. Prechts Vater litt an Demenz. An sein Frühstück am Morgen habe er sich etwa nicht mehr erinnern können. Doch er habe ein „taghelles Bewusstsein bis zum Schluss“ gehabt. Er habe seine Lage gekannt und verstanden, was man ihm sagte. Vater und Sohn hätten sich deshalb über viele Monate noch intensiv austauschen können.

Im Gespräch mit Markus Lanz erzählt Precht auch, was der Verlust mit ihm macht: „Ich glaube, dass die Trauer, die man in dem Moment empfindet, eher mit einem selbst zu tun hat als mit dem geliebten Menschen, der gegangen ist.“

Precht zeichnet das Bild eines Menschen, der offenbar mit sich und seinem Leben im Reinen war. Der Bestsellerautor im Podcast : „Ich kenne niemanden, der meinen Vater nicht gemocht hat.“ Fast alle schlechten menschlichen Eigenschaften seien ihm fremd gewesen, sagt der Philosoph über ihn. „Und deswegen ist er auch ganz aufgeräumt gegangen – im Frieden mit sich und im Frieden mit der Welt.“

Den Tod eines geliebten Menschen im Alter von 93 Jahren empfindet Precht als „nicht tragisch“. Sein bewegender Gedanke: „Dann ist das traurig, aber es ist nicht traurig für denjenigen, der geht.“ Die Trauer gehöre vor allem den Menschen, die zurückbleiben. Für Richard David Precht hilft diese Unterscheidung dabei, Abschied zu nehmen.

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