Lettland entdeckt weiteren Minitunnel unter Grenzzaun zu Belarus
Drei EU-Staaten teilen sich eine Grenze mit Belarus : Polen , Lettland und Litauen . Die Grenzen sind gut gesichert, vor allem Polen rühmt sich einer Hightech-Anlage, um Migrantinnen und Migranten, die aus Belarus in die Europäische Union wollen, abzuhalten. Nun sollen jedoch mehrere Minitunnel entdeckt worden sein, mit denen Menschen dennoch durchschlüpfen können.
Vor allem geht es dabei um die Baltikstaaten Lettland und Litauen. Lettische Behörden sprachen am Freitag von einem Tunnel, der unweit dem Ost Kraslava im Südosten des Landes entdeckt worden sei. Zuvor waren in der Vorwoche bereits eine andere geheime Unterführung unter der Grenze zwischen Belarus und Lettland aufgetan worden. Auch in Polen und Litauen wurden wiederholt unterirdische Schleichwege entdeckt, durch die Menschen von Belarus aus in die EU-Staaten gelangten.
Laut lettischen Behörden waren vom Grenzschutz nahe dem Ost Kraslava 28 Migranten aufgegriffen worden. Bei der Aufklärung der Umstände und Untersuchung des angrenzenden Gebiets sei dann rund 20 Meter von der Grenze entfernt ein mit Moos abgedeckter Geheimgang ausfindig gemacht worden, teilte der lettische Grenzschutz mit.
1 Min Zur Merkliste hinzufügen Ukrainische Angriffsdrohung gegen Belarus: So kleinlaut war Lukaschenko selten Eine Analyse von Ann-Dorit Boy und Oliver Imhof 4 Min Zur Merkliste hinzufügen 4 Min Zur Merkliste hinzufügen Übergang Kuznica: Polen schließt Grenzübergang zu Belarus 2 Min Zur Merkliste hinzufügen 2 Min Zur Merkliste hinzufügen Besonders groß sind die Bauwerke nicht. Nach SPIEGEL-Erkenntnissen geht es um mickrige, nur zehn Meter lange Tunnel. Die Tunnel könnten mit Billigung aus Minsk gebuddelt worden sein. Litauen wirft dem Regime des belarussischen Machthabers und Kremlfreundes Alexander Lukaschenko seit Längerem vor, gezielt Migranten aus Krisenregionen an die Außengrenze der Europäischen Union zu bringen, um Druck auf die EU auszuüben.
Nach Recherchen von NDR und WDR erhob auch Frontex schwere Vorwürfe gegen Belarus: Die EU-Grenzschutzagentur geht in einer internen Analyse demnach davon aus, dass staatliche Stellen in Belarus den Bau der Grenztunnel unterstützen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Regime von Lukaschenko Spezialisten für die Konstruktion der Tunnel und Migranten zum Graben nutzen würde, heißt es in den Papieren, die NDR und WDR vorliegen.
Zur Eindämmung der im Sommer deutlich gestiegenen Zahl an irregulären Grenzgängern startete Lettland zuletzt die »Operation Werwolf« zur Sicherung seiner Ostgrenze. Dabei sollen Grenzschutz, Staatspolizei, Streitkräfte und Geheimdienste enger zusammenarbeiten. Auch sollen im Grenzgebiet etwa verstärkt Radarsysteme und Drohnen zum Einsatz kommen, um illegale Grenzübertritte festzustellen.
Unterstützung erhält Lettland von Estland und Litauen, die Grenzschützer entsendet haben, um das baltische Nachbarland beim Schutz und der Kontrolle der Grenze zu unterstützen. In beiden Staaten waren zuvor vermehrt Schutzsuchende aufgegriffen worden, deren Weg von Belarus über die EU-Außengrenze nach Lettland und dann weiter nach Estland oder Litauen führte. Auch die Zahl an beteiligten Schleusern habe zugenommen.
5News hat diese Zusammenfassung aus dem öffentlichen Feed der Quelle übernommen. Der vollständige Artikel mit allen Details steht auf www.spiegel.de — der Inhalt gehört Der Spiegel Ausland.