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Charlie erfährt gegen ihren Willen, dass sie bald stirbt: „Warum? Ich verstehe nicht, woher dieser Drang kommt”

Focus Online Gesundheit ·
Charlie erfährt gegen ihren Willen, dass sie bald stirbt: „Warum? Ich verstehe nicht, woher dieser Drang kommt”

Charlotte Anderson-Read ist unheilbar an Gallengangskrebs erkrankt – einem seltenen, aggressiven Lebertumor. Sechs Wochen gaben ihr die Ärzte damals noch zu leben, als sie im November 2023 den Krebs bei der damals 38-Jährigen diagnostizierten. Mittlerweile kämpft die Britin seit 2,5 Jahren gegen ihre Erkrankung. Nach zahlreichen Chemotherapien, Bestrahlungen und auch einer Studienteilnahme gilt sie als austherapiert; es gebe keine Behandlungsmöglichkeiten mehr für sie.

Von Schätzungen zu ihrer verbleibenden Lebenszeit will die Mutter einer Tochter aber nichts hören. Auch den medizinischen Fachkräften habe sie ihren Wunsch mitgeteilt. Aber: „Aus irgendeinem Grund haben es sich einige in den Kopf gesetzt, dass sie es mir sagen müssen, wie lange ich noch habe“, sagte Anderson-Read in einem Video auf ihrem Instagram-Kanal.

Sie berichtet von einem Vorfall: So waren Ende Juli zwei Palliativkrankenschwestern bei ihr zu Hause, um sie zu versorgen. Währenddessen habe eine der Pflegerinnen Anderson-Reads Ehefrau Louise in ein Nebenzimmer geführt. „Sie flüsterte ihr zu: Ich glaube, sie hat nicht mehr lang zu leben. Sie hat furchtbar viel Gewicht verloren.“

Louise habe ihr später davon erzählt, da beide keine Geheimnisse voreinander hätten. Für Anderson-Read sei die ungefragte Einschätzung der Krankenschwester ein Schlag ins Gesicht gewesen. „Warum? Ich verstehe nicht, woher dieser Drang kommt“, sagte die Britin.

„Ich denke, es ist ein Privileg (…), dass wir nicht wissen, wann wir sterben werden“, sagt sie. „Das ist ein Privileg, das ich mir bewahren will.“ So falle es der Britin leichter, ihr Schicksal zu akzeptieren.

Spekulationen darüber, wie viel Zeit ihr noch bleibe, halte sie für unangemessen. „Das ist ja kein Wettkampf oder eine Absicherung, wann Charlie (Spitzname von Anderson-Read, d. Red.) sterben wird, und die Person, die gewinnt, kriegt das Geld“, lachte sie ungläubig.

Die 40-Jährige wisse, dass sie abgemagert sei. Auch mit großer Erschöpfung habe sie zu kämpfen. „Aber ich habe noch nicht aufgegeben“, sagt sie mit einem Lächeln. „Ich habe noch lange zu leben – ich habe noch viel zu tun.“

Experten raten dazu, bei ungewöhnlichen oder anhaltenden Veränderungen des Gesundheitszustandes schnellstmöglich den Hausarzt aufzusuchen.

Julie Sharp, Leiterin der Abteilung Gesundheit und Patienteninformation bei der britischen Organisation Cancer Research UK, appelliert im Gespräch mit der britischen Tageszeitung „The Independent “, bei 13 Symptomen besser einen Arzt zu konsultieren.

In den meisten Fällen würde es sich nicht um Krebs handeln, sagt sie. Aber wenn doch, kann eine Früherkennung einen großen Unterschied machen und möglicherweise Leben retten.

Schmerzen sind ein Zeichen dafür, dass etwas nicht in Ordnung ist, betont Sharp. Wenn sie andauern, sei es daher wichtig, sie untersuchen zu lassen. „Je älter wir werden, desto häufiger treten Schmerzen auf“, sagt Sharp. „Aber unerklärliche Schmerzen können ein Anzeichen für etwas Ernsteres sein.“

So treten Schmerzen bei Knochen- oder Hodenkrebs schon in sehr frühen Stadien auf. Häufige Kopfschmerzen, die trotz Behandlung nicht besser werden, können auf einen Hirntumor hinweisen .

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